Letztes Update am Fr, 25.10.2019 11:44

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Polizei untersucht weiter Hintergründe zu Leichen in Lkw



Nach dem Fund von 39 Leichen in einem Lastwagen-Anhänger bei London am Mittwoch hat die Polizei am Freitag die Hintergründe der Tat weiter untersucht. Im Mittelpunkt stehen dabei die genaue Route des Lkw vor seinem Auffinden sowie mögliche Täter. Der festgenommene Fahrer könnte indes frei gelassen werden.

Die irische Firma „Global Trailer Rentals“, der der Lkw gehört, gab an, das Fahrzeug am 15. Oktober ausgeliehen zu haben. Sie habe kein Wissen darüber gehabt, zu welchem Zweck das Fahrzeug verwendet werde. Die Polizei will in den kommenden Tagen darüber entscheiden, ob der 25-jährige Lenker angeklagt oder freigelassen wird.

Der fragliche Anhänger ist am Dienstag um 14.49 Uhr in Zeebrugge an der belgischen Küste angekommen und hat den Hafen noch am gleichen Nachmittag verlassen. Der Vorsitzende des Ortes ging aber davon aus, dass die durchwegs chinesischen Opfer schon früher in das Fahrzeug gestiegen sind. „Wir haben ein Sicherheitssystem mit Sicherheitsmitarbeitern, wir haben überall Kameras und wir haben Polizisten in den Straßen von Zeebrugge“, sagte Dirk de Fau.

Auch die Identifizierung der Opfer werde noch dauern - ebenso die Obduktionen, die die genauen Todesursachen der Personen, die vermutlich erfroren sind, klären sollen. „Das ist die größte Ermittlung dieser Art, die die Polizei von Essex jemals durchgeführt hat und es ist wahrscheinlich, dass es geraume Zeit dauert, bevor wir zu einem Fazit kommen“, sagte Polizei-Chef Ben-Julian Harrington.

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Nach britischen Behördenangaben ist die Zahl der Migranten, die illegal in Frachtcontainern und Lkw nach Großbritannien geschmuggelt werden, im vergangenen Jahr gestiegen. Die Tragödie weckte auch Erinnerungen an ähnliche Fälle in Großbritannien. Im Jahr 2000 waren im südenglischen Hafen von Dover in einem Lastwagen die Leichen von 58 chinesischen Migranten gefunden worden.




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