Letztes Update am Fr, 25.10.2019 13:33

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Zwei Tote bei erneuten Protesten gegen Regierung in Bagdad



Bei neuen Protesten im Zentrum der irakischen Hauptstadt Bagdad sind mindestens zwei Demonstranten ums Leben gekommen. Zudem seien mehr als 90 Menschen verletzt worden, meldete die staatliche Menschenrechtskommission am Freitag. Unter ihnen seien auch Mitglieder der Sicherheitskräfte. Diese hätten unter anderem Tränengas und Gummigeschoße eingesetzt.

Wie die irakische Menschenrechtskommission mitteilte, wurden die beiden Todesopfer von einer Tränengasgranate im Gesicht getroffen. Augenzeugen zufolge wollten die Sicherheitskräfte die Demonstranten davon abhalten, in die besonders geschützte Grüne Zone Bagdads zu gelangen. Dort liegen viele Regierungseinrichtungen und Botschaften.

In der Hauptstadt hatten sich seit Donnerstagabend tausende Iraker versammelt. Die Demonstranten forderten den Sturz der seit einem Jahr amtierenden Regierung von Ministerpräsident Adel Abdel Mahdi. Erwartet wird, dass die Zahl der Demonstranten im Laufe des Tages weiter anschwellen wird, nachdem der radikale Schiiten-Führer Moktada al-Sadr ihnen seine Unterstützung zugesichert hat.

Bereits im Oktober waren bei Massenprotesten in dem Land mehr als 150 Menschen getötet worden. In einem Bericht der Regierung hieß es, die meisten von ihnen seien durch Schüsse in Kopf oder Brust ums Leben gekommen. Die Proteste richteten sich unter anderem gegen Korruption, die hohe Arbeitslosigkeit und chronische Stromausfälle. Angesichts des harten Vorgehens der Sicherheitskräfte kamen die Proteste zwischenzeitlich zum Erliegen.

Auch in der libanesischen Hauptstadt Beirut gingen die Proteste den neunten Tag in Folge weiter. Viele Straßen waren gesperrt, Schulen, Banken und zahlreiche Geschäfte blieben geschlossen. Die Demonstranten fordern den Rücktritt der Regierung und die Absetzung korrupter Politiker. Eine Rede von Präsident Michel Aoun am Donnerstag konnten die Proteste nicht beruhigen. Das kleine Land am Mittelmeer erlebt seit Monaten eine schwere Wirtschaftskrise.




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