Letztes Update am Fr, 25.10.2019 16:11

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Salzburg-Coach Marsch erwartet gegen Rapid emotionales Spiel



Vier Tage nach der bitteren Champions-League-Niederlage gegen Napoli wartet auf Red Bull Salzburg ein Schlagerspiel in der Fußball-Bundesliga. Der Titelverteidiger bekommt es am Sonntag in Wals-Siezenheim mit Rapid zu tun und ist laut Trainer Jesse Marsch auf ein Duell eingestellt, in dem es hoch hergehen könnte.

Das bisher letzte Kräftemessen endete im September im Cup mit einem Auswärtssieg der „Bullen“ nach Verlängerung, die Hütteldorfer beendeten die Partie zu neunt. Marsch rechnet auch diesmal mit einer harten Gangart der Grün-Weißen. „Ich erwarte ein kampfbetontes, körperbetontes Spiel. Für meine Mannschaft wird es wichtig sein, die Disziplin zu wahren und die Konzentration voll auf das Spiel zu legen, nicht auf andere Sachen.“

Der US-Amerikaner bezeichnete Rapid als „schweren Gegner“ und „großen Club“. Dennoch gingen die jüngsten drei Duelle, darunter das ÖFB-Cup-Finale im Mai, an die Salzburger, die seit 50 Liga-Heimpartien ungeschlagen sind. „Ich erwarte einen Gegner, der alles gibt. Emotion ist sicher gut und braucht man auch, aber der Fokus muss auf unserer Art und Weise des Spiel liegen“, forderte Marsch.

Nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Stammgoalie Cican Stankovic wird der 22-jährige Brasilianer Carlos Coronel im Tor stehen. Alexander Walke befindet sich noch im Aufbautraining und wird erst in ein bis zwei Wochen ein Thema sein. Marsch: „Carlos hat unser vollstes Vertrauen und ist auch bereit für diesen Moment.“

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Der Salzburg-Betreuer spekuliert mit einer Umstellung auf eine Dreierkette und hat in der Offensive ein Personal-Überangebot. „Die Qualität vorne ist Wahnsinn, es ist immer schwierig für uns, eine Entscheidung zu treffen, wer spielt“, erklärte Marsch.

Bei Rapid sind die Variationsmöglichkeiten geringer, weil nun auch Philipp Schobesberger ausfällt. Der Flügelspieler muss wegen einer Bauchmuskelverletzung rund ein Monat pausieren und lässt sich bei dieser Gelegenheit auch die Weisheitszähne herausoperieren, die ihm des öfteren Probleme bereiteten.

Dennoch herrscht beim Tabellenvierten Optimismus, immerhin ist Rapid seit sechs Meisterschaftsmatches ungeschlagen und hat die vier jüngsten Auswärtspartien gewonnen. „Salzburg hat eine unglaublich hohe Qualität, aber wir werden nicht vor Ehrfurcht erstarren“, versprach Trainer Dietmar Kühbauer.

Die Diskussion um die rustikale Spielweise der Hütteldorfer ist für den Coach mittlerweile ermüdend. „Wir werden physisch spielen, aber ich wehre mich dagegen, dass wir unfair spielen“, betonte Kühbauer. Laut Kapitän Stefan Schwab wurde die Thematik des Rapid-Einsteigens zuletzt hochgeschaukelt. „Früher ist uns oft vorgeworfen worden, zu wenig Leidenschaft zu zeigen, jetzt spielen wir auf einmal zu hart.“

Dass der mit der Spielleitung betraute Referee Oliver Drachta angesichts der jüngsten Vorkommnisse besonders hart mit Rapid ins Gericht gehen könnte, glaubt Schwab nicht. „Er ist ein guter Schiedsrichter, kann die Situation richtig einschätzen und wird sich nicht von der Öffentlichkeit beeinflussen lassen“, prophezeite der Mittelfeldspieler, der sich für Sonntag einiges ausrechnet. „Wir sind positiv und freuen uns auf die Partie. Ich bin schon mit ganz anderen Gefühlen nach Salzburg gefahren.“




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