Letztes Update am Sa, 26.10.2019 10:02

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Attacke auf gutes ÖSV-Ergebnis im Herren-Riesentorlauf



Österreichs alpine Ski-Herren zählen im Weltcup-Riesentorlauf am Sonntag auf dem Rettenbachgletscher (10.00/13.00 Uhr/live ORF 1) nur zu den Außenseitern. Die Hoffnung auf ein Topergebnis ruht auf den Schultern von Manuel Feller, der in der Vorsaison als Weltcup-14. hinter dem zurückgetretenen Kugelgewinner Marcel Hirscher zweitbester Österreicher in dieser Disziplin war.

Der Tiroler fühlt sich für den Saisonauftakt bereit. „Wir haben genug trainiert, irgendwann ist es Zeit, dass wieder der Wettkampf auf dem Programm steht“, sagte Feller. „Wir haben im Sommer sehr viel weitergebracht. Ich freue mich auf Sonntag, aber man weiß natürlich nicht, was die Konkurrenz im Sommer gemacht hat, vor dem ersten Rennen steht immer ein kleines Fragezeichen.“

Weltmeister Henrik Kristoffersen, der den vergangenen Winter als Disziplinzweiter vor dem Franzosen Alexis Pinturault beendete - womit die Topfavoriten für Sonntag auch schon genannt sind - , hat jedenfalls was gutzumachen. „Ich war hier noch nie auf dem Podium, daran muss ich arbeiten, das ist enttäuschend“, sagte der Norweger, der aber auf eine gute Vorbereitung zurückblickt. Pinturault war 2016 der letzte Sieger in Sölden, zweimal war das Rennen zuletzt witterungsbedingt abgesagt worden. „Es geht alles in die richtige Richtung“, verlief auch sein Training vielversprechend.

Da für Marco Schwarz der Sölden-Riesentorlauf nach seinem Kreuzbandriss noch zu früh kommt, ist mit Stefan Brennsteiner nur noch ein Läufer für den ÖSV im Einsatz, der in der Weltcup-Startliste in dieser Disziplin in den Top 30 liegt. Eventuell rutscht Johannes Strolz noch rein. „Ich glaube nicht, dass das ganze Team so schlecht dasteht. Brennsteiner und Leitinger sind sehr, sehr gute Riesentorläufer, die man erst einmal biegen und beim Training dabei sein muss. Wir haben uns in den letzten Wochen schon gesteigert und ein bisserl gepusht“, berichtete Feller.

Brennsteiner und der Vizeweltmeister von St. Moritz, Roland Leitinger, bestritten im vergangenen Winter jeweils ihre Comeback-Saison nach Kreuzbandriss. Heuer soll ein nächster Schritt erfolgen. Wobei Leitinger mit hoher Startnummer von über 50 kommt. „Sölden ist sehr schwierig, für die hohen Nummern ist es ein Kampf von oben bis unten. Aber wir haben viele Fighter im Team“, ist Feller überzeugt. „Im ersten Durchgang eine gute Basis schaffen und im zweiten werden wir alle miteinander gut attackieren und dann wird ein gutes Teamergebnis rauschauen“, gab er sich er optimistisch.

Leitinger hat sich vorgenommen „anzuglühen“, damit es schneller wieder mit der Startnummer nach vorne geht. „In meiner Position brauche ich nicht an Taktik denken.“ Sein Saisonziel ist eine Startnummer in den Top 15, dafür brauche er viele Punkte. „Mit 20. Plätzen geht da nichts weiter.“

Brennsteiner wird um einiges früher über die Piste gehen. Er hat im Training abgeliefert. „Vor Sölden wird immer brutal viel gemunkelt und geredet, sehen werden wir das am Sonntag. Die Form passt sicher ganz gut. Wenn ich das Set up so hinbringe, dass ich mich wohlfühle, steht einem guten Rennen nichts im Wege.“ Es sei eine erste Standortbestimmung auf einem extrem schweren Hang. „Oben und unten gilt es richtig schnell zu sein und im Steilen eine gute und stabile Technik zu haben.“

Einer der Jungen, die sich mit hohen Nummern versuchen müssen, ist Patrick Feurstein. Der 22-Jährige gab vergangenen Dezember in Saalbach sein Weltcup-Debüt, nach bisher vier Rennen wartet er noch auf den ersten Punkt. Den Sölden-Hang wird er erstmals rennmäßig bezwingen. „Das Ziel ist der zweite Durchgang. Wie die Piste ist, kann ich nicht beeinflussen, ich kann nur mein Bestes geben“, sagte der Spezialist für steiles Gelände. „Einen guten Rhythmus finden, einen guten Zug am Ski und den Speed ins Flache bis zum Ziel mitnehmen“, nimmt er sich vor.

ÖSV-Team für Herren-Riesentorlauf in Sölden am Sonntag: Manuel Feller, Stefan Brennsteiner, Roland Leitinger, Matthias Mayer, Dominik Raschner, Johannes Strolz, Patrick Feurstein, Magnus Walch




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