Letztes Update am Sa, 26.10.2019 12:00

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Traditionelles Programm am heutigen Nationalfeiertag



Die Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag haben am Samstag im Haus der Geschichte begonnen. Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein und Mitglieder der Bundesregierung begutachteten dort in der Früh die berühmte Ostarrichi-Urkunde. Anschließend legte die Regierungsspitze ebenso wie Bundespräsident Alexander Van der Bellen im Gedenken an die gefallenen Soldaten einen Kranz beim Äußeren Burgtor nieder.

Die Ostarrichi-Urkunde wird für eine Woche im Haus der Geschichte in Wien ausgestellt. Am Nationalfeiertag ist der Eintritt für alle interessierten Besucher frei. In dem berühmten Original ist „Österreich“ im Jahr 996 zum ersten Mal urkundlich erwähnt worden. Normalerweise wird das Dokument im Bayerischen Hauptstaatsarchiv in München aufbewahrt.

Die traditionellen Kranzniederlegungen zum Nationalfeiertag fanden am Samstag schon bei bestem Herbstwetter statt. Zu Beginn schritt Van der Bellen begleitet von Verteidigungsminister Thomas Starlinger zur Weihehalle im Äußeren Burgtor. Am Ehrendenkmal für verunglückte und gefallene Soldaten legten sie im Gedenken einen Kranz ab. Wenig später taten das auch Kanzlerin Bierlein, die gesamte Bundesregierung und Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka. Die Militärmusik spielte die Bundeshymne. Anschließend trugen sich die Regierungsmitglieder ins Ehrenbuch ein.

Der nächste Punkt des Feiertagsprogramms ist die Angelobung von mehr als 1.000 Rekruten auf dem Heldenplatz. Dabei wird Kanzlerin Bierlein im Rahmen eines Sonderministerrats eine Rede halten. Auch Präsident Van der Bellen wird als Oberbefehlshaber des Bundesheeres zu den Rekruten sprechen. Ab mittags empfangen die beiden dann interessierte Gäste aus der Bevölkerung beim Tag der offenen Tür im Kanzleramt beziehungsweise in der Hofburg. Auch viele Ministerien und andere Institutionen haben am Samstag Tag der offenen Tür.

Die Leistungsschau des Bundesheeres bietet den ganzen Tag über Unterhaltung für die Besucher am Heldenplatz. Am Nachmittag findet im Inneren Burghof das „Österreich-Fest“ statt, wo Schlagzeuger Martin Grubinger mit seinem Percussive Planet Ensemble auftreten wird.

Kardinal Christoph Schönborn bezeichnete den Nationalfeiertag als Anlass zu Dankbarkeit für Österreich. „Ein großes Danke für Österreich, für die Freiheit die uns geschenkt ist, auch für den inneren Frieden dieses Landes“, sagte der Wiener Erzbischof am Samstag in einem über Facebook, Instagram und seinen Twitter-Kanal verbreiteten Kurzvideo. „Nichts von dem, was wir in Österreich geschenkt bekommen haben, ist selbstverständlich“, so der Kardinal weiter. Er rief dazu auf, „dass wir uns vor allem bewusst sind, wie viel Dankbarkeit wir unserem Land schulden“.

ÖVP-Obmann Sebastian Kurz bezeichnete Österreich als „das schönste Land der Welt. Am Nationalfeiertag möchte ich daher allen danken, die ihren Beitrag leisten - als Freiwillige, in der Arbeit oder in der Familie. Jede & jeder Einzelne macht Österreich zu einem so lebenswerten Land, auf das wir zu Recht stolz sind,“ schrieb Kurz auf Twitter.

Die Bedeutung des Zusammenhalts in der Gesellschaft betonte SPÖ-Vorsitzende Pamela Rendi-Wagner zum Nationalfeiertag. „Wir ÖsterreicherInnen können stolz sein auf unser Land - unser schönes, lebenswertes und erfolgreiches Zuhause. Am heutigen Nationalfeiertag möchte ich Danke sagen. Danke an alle Menschen, die sich freiwillig engagieren, die sich für andere einsetzen und gemeinsam Zusammenhalt leben. Dieser Zusammenhalt macht Österreich zu dem, was es ist“, heißt es in einer Facebook-Botschaft Rendi-Wagners.

Für den Dritten Nationalratspräsidenten und FPÖ-Obmann Norbert Hofer stehen die Souveränität und die Neutralität Österreichs sowie die Grundwerte und Grundrechte im Vordergrund. All das gelte es zu schützen, sagte Hofer. Die Neutralität und die Freiheit ermöglichen es Österreich auch, als Vermittler zwischen Konfliktparteien aufzutreten, diese Vermittlerrolle solle Österreich auch in Zukunft verstärkt wahrnehmen, meinte Hofer.

Für FPÖ-Obmann Herbert Kickl muss im Mittelpunkt des Nationalfeiertages „die unumstrittene Bereitschaft stehen, Österreich und seine Souveränität gegen alle Bedrohungen zu schützen und zu verteidigen, also auch gegen die illegale Migration“. Er will geprüft haben, ob bei einer neuerlichen Migrationswelle der sogenannte „Verteidigungsfall“ eintritt.

Österreich feiert mit seinem Nationalfeiertag die „immerwährende Neutralität“, die der Nationalrat am 26. Oktober 1955 beschlossen hat. Als Nationalfeiertag gilt der 26. Oktober seit 1965. Im „Bundesgesetz über den österreichischen Nationalfeiertag“ wird die Wahl des Termins erstmals mit dem Beschluss des Neutralitätsgesetzes begründet. 1967 wurde der Nationalfeiertag auch zum arbeitsfreien, gesetzlichen Feiertag.




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