Letztes Update am Sa, 26.10.2019 18:00

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Warnschüsse libyscher Einsatzkräfte bei Flüchtlingsrettung



Libysche Einsatzkräfte haben am Samstag nach Angaben der deutschen Hilfsorganisation Sea Eye während eines Einsatzes zur Rettung von 90 Menschen aus dem Mittelmeer Warnschüsse abgefeuert und Retter sowie Flüchtlinge bedroht. Die libyschen Patrouillenboote seien „mit hoher Geschwindigkeit“ auf das Rettungsschiff „Alan Kurdi“ zugesteuert, so Sea-Eye-Sprecher Gorden Isler gegenüber AFP und dpa.

Die Einsatzkräfte seien maskiert gewesen. Die Migranten seien mit Maschinenpistolen bedroht worden. Letztlich sei es aber mit einem Hilfsboot gelungen, die Flüchtlinge, die zuvor auf einem Schlauchboot trieben, an Bord der „Alan Kurdi“ zu nehmen.

„Die akute Bedrohungssituation ist beendet“, sagte Isler am Nachmittag. Er zeigte sich zugleich empört über das Verhalten der „Schwerverbrecher“ aus Libyen. „So etwas haben wir noch nie erlebt - weder mit der ‚Alan Kurdi‘ noch mit anderen Schiffen“, sagte Isler.

Die libyschen Schiffe hätten „keine Bootskennung“ gehabt und mit ihrem Bordgeschütz gedroht. Sie hätten die „Alan Kurdi“ eingekreist, so dass sie zeitweise nicht mehr manövrierfähig gewesen sei.

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Bei einer Kollision zwischen der „Alan Kurdi“, dem dazugehörigen Rettungsboot und dem Schlauchboot seien mehrere Menschen ins Wasser gefallen und von den libyschen Booten an Bord genommen worden, dann aber wieder ins Wasser gesprungen. Im Endeffekt sei aber niemand schwer verletzt worden, sagte Isler.

„Wir haben den Eindruck, dass wir alle Leute an Bord nehmen konnten.“ Die libyschen Boote hätten dann abgedreht, die „Alan Kurdi“ sei in Richtung Norden unterwegs. Sea Eye teilte via Twitter mit, dass die 17 Mitglieder der Crew und die 90 Geretteten „sicher an Bord“ seien.

Die EU unterstützt die libysche Küstenwache darin, Migranten, die über das Mittelmeer nach Europa wollen, zurück in das Bürgerkriegsland zu bringen. Italien liefert zum Beispiel Boote an die Libyer. Die „Alan Kurdi“ sei in der libyschen Such- und Rettungszone nicht in libyschen Territorialgewässern unterwegs gewesen, betonte Isler.




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