Letztes Update am So, 27.10.2019 08:15

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Berichte über Tod des IS-Anführers Bagdadi nach US-Angriff



Der Anführer der Jhihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS), Abu Bakr al-Baghdadi, ist US-Medienberichten zufolge vermutlich bei einem US-Angriff in Syrien getötet worden. Wie US-Medien am Sonntagmorgen unter Berufung auf mehrere Regierungsvertreter berichteten, war al-Baghdadi das Ziel eines US-Militäreinsatzes in der Provinz Idlib im Nordwesten Syriens.

Er soll demnach eine Sprengstoffweste gezündet haben, als die US-Spezialkräfte angriffen. Der Einsatz sei im Geheimen vorbereitet und von US-Präsident Donald Trump angeordnet worden sein. Wie der Fernsehsender CNN berichtete, will das US-Militär den Tod des IS-Anführers aber erst bestätigen, wenn alle Tests abgeschlossen sind. Idlib ist die letzte Rebellenhochburg in Syrien. Der größte Teil von Idlib steht unter der Kontrolle des syrischen Al-Kaida-Ablegers Hayat Tahrir al-Sham (HTS).

Nach Angaben der „Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte“ mit Sitz in London wurden am frühen Sonntagmorgen neun Menschen in Idlib bei einem Hubschrauberangriff erschossen. Der Angriff erfolgte demnach auf ein Haus und ein Auto am Rand des Dorfs Barisha. In dem Dorf hätten sich Kämpfer aufgehalten, die mit dem IS in Verbindung standen.

Die Hubschrauber hätten wahrscheinlich zur US-Armee gehört, erklärte der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman. Es sei jedoch offen, ob sich al-Baghdadi zum Zeitpunkt des Angriffs in der Gegend befunden habe.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.

US-Medienberichten zufolge könnte es auch in einer Ansprache von Präsident Trump, die das Weiße Haus am Samstagabend angekündigt hatte, um den Einsatz gegen al-Baghdadi gehen. Trump werde sich am Sonntagmorgen um 09.00 Uhr (Ortszeit, 14.00 Uhr MEZ) im Weißen Haus äußern, teilte der Vizesprecher des Weißen Hauses, Hogan Gidley, in Washington mit.

Einzelheiten nannte er allerdings nicht. Trump hatte zuvor im Onlinedienst Twitter geschrieben: „Gerade ist etwas sehr Wichtiges passiert!“ Mehr verriet aber auch er nicht.

Über den Aufenthaltsort al-Baghdadis wird schon seit Jahren gerätselt. In der Öffentlichkeit trat der IS-Anführer nur einmal auf, als er im Juli 2014 in einer Moschee im nordirakischen Mosul ein „Kalifat“ in Syrien und im Irak ausrief.

Zuletzt hatte der IS im April ein Video veröffentlicht, das den schon mehrfach totgesagten al-Baghdadi zeigen soll. Darin rief er seine Anhänger auf, den Kampf trotz des Verlusts ihres „Kalifats“ fortzusetzen. Im September rief der IS-Anführer seine Anhänger in einer Audiobotschaft zur Befreiung gefangener Kämpfer und ihrer Familien auf.




Kommentieren