Letztes Update am So, 27.10.2019 09:19

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


15 Tote bei Kämpfen in Nordsyrien



Bei Gefechten zwischen protürkischen Milizen und kurdischen Kämpfern in Nordsyrien sind nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Samstag mindestens 15 Menschen getötet worden. Zwischen den Städten Tal Tamer und Ras al-Ain seien neun protürkische Kämpfer und sechs Kämpfer der kurdisch dominierten Syrischen Demokratischen Kräften (SDF) getötet worden, so die Aktivisten.

Laut der staatlichen syrischen Nachrichtenagentur SANA rückten am Samstag zudem syrische Regierungstruppen in die Region um Ras al-Ain nahe der türkischen Grenze vor. Das Gebiet wurde bei der türkischen Militäroffensive gegen die Kurden von türkischen Truppen erobert. Die oppositionsnahe Beobachtungsstelle erklärte, schon seit Jahren seien nicht mehr so viele syrischen Regierungstruppen in der Region gewesen. SANA vermeldete zudem einen Einsatz der Regierungstruppen an einer Straße, die 30 Kilometer südlich der syrisch-türkischen Grenze verläuft.

Nach Angaben der Regierung in Ankara griff die kurdische Miliz YPG das türkische Militär an. Ein Soldat sei getötet, fünf weitere seien verletzt worden, teilte das türkische Verteidigungsministerium am Sonntag mit. Die Angreifer hätten mit Raketen und Granatwerfern gefeuert. Das türkische Militär habe angemessen reagiert.

Die Türkei und verbündete syrische Milizen hatten am 9. Oktober eine Militäroffensive gegen die Kurdenmiliz YPG in Nordsyrien begonnen. Dabei eroberte die Türkei einen 120 Kilometer langen Grenzabschnitt zwischen Tal Abyad und Ras al-Ain. Hunderte Menschen wurden bei den Kämpfen getötet, 300.000 Menschen ergriffen die Flucht.

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Am Dienstag vereinbarten der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und sein russischer Kollegen Wladimir Putin als Verbündeter des syrischen Regimes bei einem Treffen in Sotschi, dass Russland in Abstimmung mit den syrischen Regierungstruppen für den Abzug weiterer YPG-Kämpfer aus einem 30 Kilometer breiten Streifen entlang der Grenze sorgen soll. Gemäß der Vereinbarung sollen sich die YPG-Kämpfer nun bis Dienstagabend aus dem restlichen Grenzgebiet westlich von Tal Abyad und östlich von Ras al-Ain zurückziehen.

Nach Angaben der Beobachtungsstelle wurden am Samstag rund 2.000 syrische Regierungssoldaten und Hunderte Militärfahrzeuge rund um die von der Türkei beanspruchte „Sicherheitszone“ zusammengezogen. Die syrischen Regierungssoldaten wurden demnach von russischen Militärpolizisten begleitet. Nach dem Abzug der YPG soll es in einem zehn Kilometer breiten Streifen im Grenzgebiet gemeinsame Patrouillen der Türkei und Russlands geben.




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