Letztes Update am So, 27.10.2019 13:13

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tote nach Kämpfen entlang nordsyrischer „Sicherheitszone“



Entlang der von der Türkei beanspruchten „Sicherheitszone“ im Norden Syriens hat es am Wochenende wiederholt militärische Auseinandersetzungen gegeben, bei denen mindestens 16 Menschen getötet wurden. Das türkische Verteidigungsministerium warf Kurdenmilizen am Sonntag einen Angriff mit Raketen und Granatwerfern auf eine türkische Militärpatrouille in Ras al-Ain vor.

Bei dem Angriff wurden ein Soldat getötet und fünf weitere verletzt. Die „Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte“ hatte zuvor gemeldet, bei Gefechten zwischen protürkischen Milizen und kurdischen Kämpfern seien in dem Gebiet zwischen Tal Tamr und Ras al-Ain am Samstag mindestens 15 Menschen getötet worden.

Die türkische Regierung und die US-Regierung hatten am 17. Oktober vereinbart, die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) sollten sich entlang der türkisch-syrischen Grenze aus einer „Sicherheitszone“ zurückziehen. Washington teilte am Dienstag mit, der Rückzug sei abgeschlossen. Aber der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan bestritt dies.

Insgesamt sollen sich die kurdischen Einheiten aus einem größeren Gebiet entlang der Grenze zurückziehen, das de facto inzwischen von russischen und syrischen Truppen kontrolliert wird. Diese Aufteilung hatte Erdogan vor wenigen Tagen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin vereinbart. Erdogan drohte am Samstag in einer Fernsehansprache erneut, wenn die kurdischen „Terroristen“ nicht komplett abzögen, würden sie von der Türkei „vertrieben“. Die Frist dafür läuft Dienstagabend ab.

Die in Ras al-Ain attackierte türkische Patrouille habe das Feuer erwidert und „die Ziele neutralisiert“, erklärte die türkische Armee ohne Nennung weiterer Einzelheiten. Bei den Kämpfen zwischen den Städten Tal Tamr und Ras al-Ain seien neun protürkische Kämpfer und sechs Kämpfer der kurdisch dominierten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) getötet worden, teilte die „Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte“ mit.

Die Türkei und verbündete syrische Milizen hatten am 9. Oktober eine Militäroffensive gegen die YPG in Nordsyrien begonnen. Dabei eroberte die Türkei einen 120 Kilometer langen Grenzabschnitt zwischen Tal Abyad und Ras al-Ain. Hunderte Menschen wurden bei den Kämpfen getötet, 300.000 Menschen ergriffen die Flucht.




Kommentieren