Letztes Update am So, 27.10.2019 14:31

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Trump verkündet Tod von IS-Anführer Al-Bagdadi



Der Chef der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS), Abu Bakr al-Bagdadi, ist nach Angaben von US-Präsident Donald Trump in Syrien getötet worden. Das teilte Trump am Sonntagmorgen im Weißen Haus mit. Zuvor hatte der Sender CNN, unter Berufung auf hochrangige Vertreter des Verteidigungsministeriums, berichtet, dass der Sondereinsatz am Samstag im Nordwesten Syriens stattgefunden habe.

Der Auslandsgeheimdienst CIA habe beim Orten des IS-Führers geholfen. Trump selbst twitterte noch Stunden zuvor: „Etwas sehr Wichtiges hat sich gerade ereignet!“ Einzelheiten dazu wurden aber nicht mitgeteilt.

Auch „Newsweek“ berichtete unter Berufung auf einen Mitarbeiter der US-Armee, Al-Baghdadi sei bei dem streng geheimen Einsatz in der letzten von den Islamisten beherrschten Hochburg in Idlib getötet worden. Das Verteidigungsministerium habe dem Weißen Haus mitgeteilt, dass das getötete „hochrangige Ziel“ mit „hoher Wahrscheinlichkeit“ Al-Baghdadi gewesen sei.

Einem hochrangigen Pentagon-Mitarbeiter zufolge habe es ein kurzes Gefecht gegeben, als die US-Streitkräfte das Gelände betreten hätten, berichtete „Newsweek“. Al-Baghdadi habe sich dann mit einem Sprengstoffgürtel selbst getötet. Familienangehörige seien anwesend gewesen. Kinder seien nicht verletzt worden, aber zwei Frauen Al-Baghdadis seien getötet worden, möglicherweise durch die Explosion des Sprengstoffgürtels.

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Die „Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte“ berichtete, dass sich der Einsatz in der Nähe von Barisha nördlich von Idlib ereignet habe. In der Gegend seien Kämpfer der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) sowie der islamistischen Miliz Hurras al-Din aktiv. Aktivisten in Idlib berichteten der Beobachtungsstelle von unbekannten Hubschraubern.

Mit dem von den USA ausgesetzten Kopfgeld von 25 Millionen Dollar (rund 22 Millionen Euro) ist er einer der meistgesuchten Terroristen der Welt. Zuletzt hatte der IS im April ein Video mit Al-Baghdadi verbreitet, in dem er dem Westen mit Angriffen drohte. Details über die Biografie von al-Baghdadi, den selbst ernannten „Kalifen Ibrahim“, sind mit Vorsicht zu genießen. Häufig lassen sie sich nicht verifizieren. Lange Zeit wusste kaum jemand, wie der Chef der Terrormiliz IS aussieht, da es nur zwei Fotos von ihm gab.

Wenige Tage nach Ausrufung des Kalifats Ende Juni 2014 tauchte er dann völlig überraschend in einer Moschee in der nordirakischen Stadt Mosul auf, wo er die Freitagspredigt hielt. Danach aber zeigte er sich lange nicht mehr. Immer wieder gab es Gerüchte, er sei bei Angriffen verletzt oder sogar getötet worden. Erst im April - nach dem endgültigen Zerfall des vom IS ausgerufenen Kalifats - zeigte er sich noch ein zweites Mal in einem Video. Zwischendurch verbreitete der IS vereinzelt Audio-Botschaften seines Anführers.




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