Letztes Update am So, 27.10.2019 16:37

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Argentinien wählt neuen Präsidenten



Argentiniens Präsidentenwahl hat begonnen. Die Wahllokale in dem südamerikanischen Land öffneten am Sonntagmorgen (Ortszeit). Der konservative und wirtschaftsliberale Amtsinhaber Mauricio Macri steht zur Wiederwahl, lag in den jüngsten Umfragen jedoch um die 20 Prozentpunkte hinter dem linken Bewerber Alberto Fernández.

Dessen Kandidatin als Vizepräsidentin ist Macris Vorgängerin Cristina Kirchner, die von 2007 bis 2015 Staats- und Regierungschefin war. Argentinien steckt in einer tiefen Wirtschafts- und Finanzkrise, obwohl der Internationale Währungsfonds (IWF) dem Land im vergangenen Jahr einen Bereitschaftskredit von 57 Milliarden US-Dollar gewährt hatte. Die Landeswährung Peso wertete zuletzt stark ab, die Inflationsrate liegt bei mehr als 50 Prozent.

Der Wahlsieger soll das Präsidentenamt am 10. Dezember antreten. Die Wahllokale öffneten am Sonntag um 8.00 Uhr (Ortszeit; 12.00 Uhr MEZ). Die Wahllokale bleiben bis 18.00 Uhr (Ortszeit/22.00 MEZ) geöffnet. Erste Ergebnisse werden rund drei Stunden nach Schließung der Wahllokale erwartet.

Umfragen sahen zuletzt Macris Herausforderer Fernández vorn. Der Mitte-Links-Kandidat aus dem peronistischen Lager tritt gemeinsam mit der früheren Staatschefin Cristina Kirchner an, die Vize-Präsidentin werden will. Bei der Vorwahl zur Präsidentschaftswahl im August hatte Fernández einen Vorsprung von mehr als 15 Prozentpunkten vor Macri.

Sieger bei der Präsidentschaftswahl wird, wer in der Wahlrunde am Sonntag mehr als 45 Prozent der Stimmen auf sich vereinen kann oder mindestens 40 Prozent der Stimmen sowie einen Abstand von zehn Prozentpunkten zum Zweitplatzierten erzielt. Sollte kein Kandidat eine solch klare Mehrheit bekommen, findet am 24. November eine zweite Wahlrunde statt.

Die Argentinier wählen am Sonntag neben dem neuen Präsidenten und Vize-Präsidenten auch die Hälfte der Parlamentarier im Abgeordnetenhaus und ein Drittel der Senatoren neu. Abgestimmt wird zudem über Gouverneure in drei Provinzen und den Regierungschef der autonomen Stadt Buenos Aires und den Bürgermeister der Hauptstadt.




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