Letztes Update am So, 27.10.2019 20:33

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kurdenmiliz bekräftigt Rückzug entlang der Grenze zur Türkei



Gemäß der türkisch-russischen Vereinbarung zu Nordsyrien werden sich die kurdischen Kämpfer nach eigenen Angaben von der „gesamten Grenze mit der Türkei“ zurückziehen. „Wir werden uns überall auf eine Distanz von 32 Kilometern zurückziehen“, sagte der Sprecher der von der kurdischen YPG-Miliz dominierten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF), Mustafa Bali, am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP.

Anschließend würden Kräfte der syrischen Zentralregierung entlang der Grenze postiert. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und sein russischer Kollege Wladimir Putin hatten am Dienstag einen koordinierten Militäreinsatz in Nordsyrien ausgehandelt und damit die türkische Militäroffensive gegen die kurdischen Kämpfer beendet. Der Türkei fällt gemäß der Vereinbarung die alleinige Kontrolle über ein 120 Kilometer langes Gebiet zwischen Ras al-Ain und Tal Abyad zu, das sie im Zuge ihrer Militäroffensive gegen die YPG eroberte.

Für den Rückzug der YPG-Kämpfer aus dem restlichen Grenzgebiet sorgt demnach die russische Militärpolizei in Abstimmung mit den syrischen Regierungstruppen. Dieser hatte Menschenrechtsaktivisten zufolge am vergangenen Donnerstag begonnen.

Am Sonntag beobachtete ein AFP-Reporter den weiteren Rückzug von Panzern und Militärfahrzeugen aus dem Grenzgebiet von Sanjak Saadun. Die amtliche syrische Nachrichtenagentur Sana bestätigte ihrerseits den Abzug von SDF-Kämpfern.

Dennoch gab es entlang der von der Türkei beanspruchten „Sicherheitszone“ am Wochenende wiederholt militärische Auseinandersetzungen gegeben, bei denen mindestens 16 Menschen getötet wurden. Das türkische Verteidigungsministerium warf Kurdenmilizen am Sonntag einen Angriff mit Raketen und Granatwerfern auf eine türkische Militärpatrouille in Ras al-Ain vor.

Bei dem Angriff wurden ein Soldat getötet und fünf weitere verletzt. Die „Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte“ hatte zuvor gemeldet, bei Gefechten zwischen protürkischen Milizen und kurdischen Kämpfern seien in dem Gebiet zwischen Tal Tamr und Ras al-Ain am Samstag mindestens 15 Menschen getötet worden.




Kommentieren