Letztes Update am Mo, 28.10.2019 12:32

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


„Ritter, Dene, Voss“ ab Donnerstag in Linz



Für seine „erste Begegnung mit Thomas Bernhard als Dramatiker“ hat sich der Schauspielchef des Linzer Landestheaters, Stephan Suschke, die Wittgensteinsche Familienaufstellung „Ritter, Dene, Voss“ ausgesucht. Premiere ist am Donnerstag (31. Oktober) in den Kammerspielen, besetzt ist das Stück mit Christian Taubenheim, Katharina Knap und Theresa Palfi.

„Ich weiß nicht, ob ich mit Bernhard persönlich klar gekommen wäre“, bekannte Suschke in einem Pressegespräch anlässlich der Premiere offen. Das Stück sei für ihn „durchaus eine Herausforderung“, spielte der Deutsche nicht nur auf die „endlos verschlungenen Texte“ Bernhards, sondern auch auf die - wie es Dramaturg Andreas Erdmann nennt - „doppelten Böden“ in der österreichischen Sprache an. Die Kommunikation hierzulande sei „subkutaner“ als in Deutschland, so Suschke. Er lebe nun seit drei Jahren in Österreich, wisse aber nach wie vor oft nicht, ob etwas als „vergiftetes Lob“ gemeint sei oder ehrlich.

Das „Stück über die Leere in der Welt des vielen Geldes“ (Suschke) wurde 1986 bei den Salzburger Festspielen unter der Regie von Claus Peymann uraufgeführt. Seinen Besetzungswunsch hatte Bernhard gleich im Titel festgeschrieben: Gert Voss sollte den psychisch labilen „Ludwig“, eine Figur die aus dem Philosophen Ludwig Wittgenstein und dessen Großneffen Paul entstanden ist, Kirsten Dene seine ältere und Ilse Ritter seine jüngere Schwester spielen. Die drei titelgebenden Mimen habe er - zumindest nach einiger Zeit - aber nicht im Kopf gehabt, so Suschke. Seine Besetzung sei jünger, „die werden das anders machen“, aber „sicher sehr gut“.




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