Letztes Update am Mo, 28.10.2019 13:12

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Drittes Todesopfer nach Gewaltverbrechen in Kottingbrunn



Das Gewaltverbrechen in Kottingbrunn (Bezirk Baden) vom Sonntag hat drei Tote gefordert. Nach einer 29-Jährigen und ihrer Tochter (2), die erstochen worden waren, starb Montagfrüh im Wiener SMZ Ost-Donauspital auch ein elf Monate alter Bub. Der tatverdächtige Ehemann und Vater (31) war nach Polizeiangaben geständig, seine Familie getötet zu haben. Ein Ehestreit soll der Auslöser gewesen sein.

Das Motiv der Tat dürfte in Beziehungsproblemen liegen, sagte Omar Haijawi-Pirchner, Leiter des Landeskriminalamtes Niederösterreich, am Montag am Rande einer Pressekonferenz in St. Pölten. Nicht näher habe sich der Beschuldigte dazu geäußert, warum er auch die Kinder getötet hat. Er habe nicht sehr reuig gewirkt. Die Ermittler wollten nun den genauen Tatablauf klären, so Haijawi-Pirchner.

Der Beschuldigte wurde in die Justizanstalt eingeliefert, teilte Erich Habitzl, Sprecher der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt, auf APA-Anfrage mit. Ermittelt werde wegen des Verdachts des dreifachen Mordes. Die Verhängung der U-Haft über den 31-Jährigen wurde beantragt. Es deute alles darauf hin, dass Beziehungsstreitigkeiten die Tat ausgelöst haben, sagte auch Habitzl. Den elf Monate alten Sohn habe der Beschuldigte mutmaßlich ersticken wollen.

Der Bub wurde Sonntagvormittag „mit schwerer Atemnot in lebensbedrohlichem Zustand“ von einem Notarzthubschrauber ins Wiener Donauspital geflogen. Letztlich gab es auch für ihn keine Hilfe mehr. Das Kind starb am Montag in den Morgenstunden an den erlittenen Verletzungen, die von einem Würge- bzw. Erstickungsakt hergerührt haben sollen.

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Die 29- und die Zweijährige waren erstochen worden. Sie wurden leblos im Obergeschoß des Reihenhauses der Familie in der etwa 7.000 Einwohner zählenden Marktgemeinde Kottingbrunn aufgefunden. Als mutmaßliche Tatwaffe wurde ein Küchenmesser sichergestellt. Die Staatsanwaltschaft hat die Obduktionen der Leichen angeordnet. Mit vorläufigen Ergebnissen wird laut Habitzl frühestens am Dienstag gerechnet.

„Unfassbares ist passiert. Eine menschliche Tragödie mit fatalen Folgen“, meinte Mirsad Musliu, der Rechtsvertreter des 31-Jährigen. Ein Ehestreit um eine im Raum stehende Scheidung soll die Tat ausgelöst haben. Gegenüber seinem Verteidiger habe der Beschuldigte das Gewaltverbrechen mit einem „Blackout“ bzw. „psychischer Überforderung“ erklärt, wie Musliu im Gespräch mit der APA darlegte. Der Mann - ein HTL-Ingenieur - sei bisher strafrechtlich nie in Erscheinung getreten.




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