Letztes Update am Do, 31.10.2019 15:20

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Gräueltaten von CIA-unterstützten Gruppen in Afghanistan



Vom US-Geheimdienst CIA unterstützte afghanische Sondereinheiten haben der Organisation Human Rights Watch (HRW) zufolge schwere Menschenrechtsverletzungen begangen. Diese Einheiten hätten bei Operationen unrechtmäßig Zivilisten getötet, Festgenommene verschwinden lassen oder etwa Kliniken angegriffen, heißt es in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht der Menschenrechtsorganisation.

Manche der 14 von HRW dokumentierten Übergriffe zwischen 2017 und 2019 sind laut HRW als Kriegsverbrechen einzustufen. HRW fordert in dem Bericht die unverzügliche Auflösung der Einheiten und unabhängige Untersuchungen der Vorfälle.

Die Einheiten gehörten nominell dem afghanischen Geheimdienst NDS an, sie fielen aber weder unter dessen normale Befehlskette noch unter US-amerikanische Befehlsketten, heißt es in dem Bericht. Ihre Mitglieder würden größtenteils von der CIA angeworben, geschult, ausgerüstet und beaufsichtigt. Teils würden sie von US-Spezialkräften begleitet.

Sie führten vor allem Nachteinsätze durch, um Aufständische gefangen zu nehmen oder zu töten, heißt es weiter. Die Einheiten würden Verdächtige mitnehmen, ohne den Familien zu sagen, wohin. Andere seien direkt vor Ort erschossen worden, auch ohne jeglichen Widerstand geleistet zu haben. Oft gingen die Nachteinsätze auch mit Luftangriffen einher, bei denen Zivilisten wahllos oder unverhältnismäßig getötet würden.

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Der Nationale Sicherheitsrat Afghanistans teilte am Donnerstag mit, man unternehme weitere Reforminitiativen, um die Probleme anzugehen. Und obwohl der Bericht einige Realitäten widerspiegele, gebe es Informationen, die einer Klärung bedürften.

Gleichzeitig ging aus einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht des US-Generalinspekteurs für den Wiederaufbau in Afghanistan hervor, dass die Zahl der US-Luftangriffe in Afghanistan im September so hoch wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen 2013 war. Demnach haben US-Piloten in dem Land im September 948 Geschoße abgefeuert. Die Geschoße sind zumeist Raketen.

US-Präsident Donald Trump hatte Anfang September bei einer Gedenkveranstaltung zum 11. September gesagt, in den Tagen zuvor hätten die USA den Feind in Afghanistan stärker getroffen als jemals zuvor - und angekündigt, dass dies so weitergehen werde. Am 7. September hatte er Gespräche über Wege zu Frieden in Afghanistan mit den aufständischen Taliban abgebrochen, nachdem bei einem Anschlag in Kabul ein US-Soldat ums Leben gekommen war.

Trotz der weiter prekären Sicherheitslage sind nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) seit Anfang des Jahres mehr als 400.000 undokumentierte Afghanen aus den Nachbarländern Iran und Pakistan in ihre Heimat zurückgekehrt. Der Großteil von ihnen, rund 385.000 Menschen, kamen aus dem Iran, teilte IOM am Donnerstag mit.




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