Letztes Update am Fr, 01.11.2019 18:03

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Weitere Festnahmen nach Fund von 39 Leichen in Lkw



Nach dem Fund von 39 Leichen in einem Lastwagen nahe London ist in Irland ein weiterer Verdächtiger festgenommen worden. Sicherheitskräfte vollstreckten am Freitag einen europäischen Haftbefehl gegen einen 23-jährigen Mann, wie die britische Polizei mitteilte. In Vietnam nahm die Polizei zwei Personen wegen des Verdachts des Menschenschmuggels fest.

Die Behörde kündigte an, die Auslieferung des Verdächtigen zu beantragen, der aus dem britischen Nordirland stammt. Dem Mann werden Totschlag in 39 Fällen sowie Menschenhandel und Einwanderungsvergehen vorgeworfen. Zudem forderte die Polizei zwei verdächtige und ebenfalls aus Nordirland stammende Brüder auf, sich den Behörden zu stellen.

„Wir brauchen Sie, um diese Untersuchung zu unterstützen“, sagte Chefinspektor Daniel Stoten von der Polizei der Grafschaft Essex in der nordirischen Hauptstadt Belfast an die Männer gerichtet. Die Polizei habe mit dem älteren Bruder telefoniert. Nähere Angaben zu dem Gespräch machte Stoten nicht. Es sei aber unerlässlich, die 40 und 34 Jahre alten Männer persönlich zu verhören.

Die Festnahmen erfolgten in der vietnamesischen Provinz Ha Tinh, aus der auch ein Großteil der Todesopfer stammen soll, wie die Polizei am Freitag mitteilte. Den beiden Verdächtigen werde vorgeworfen, in den Fall verwickelt zu sein. Ihr Geschäftsmodell sei es, die Ausreise und den „illegalen Aufenthalt“ im Ausland für andere Menschen zu organisieren, teilte die Polizei weiter mit.

Die Brüder betreiben ein Transportunternehmen in der nordirischen Stadt Armagh. Sie werden wegen Totschlags und Menschenhandels gesucht, nachdem am 23. Oktober die Leichen von 31 Männern und acht Frauen in einem Kühllaster entdeckt worden waren. Der Fahrer des Wagens, ein 25-jähriger Nordire, wurde bereits wegen Totschlags in 39 Fällen, Beteiligung an Menschenhandel, Beihilfe zur illegalen Einwanderung sowie Geldwäsche angeklagt. Drei weitere Verdächtige kamen gegen Kaution frei.

Die Identität der Toten ist noch weitestgehend unklar. Ersten Angaben zufolge handelt es sich um Chinesen, allerdings deutet mittlerweile einiges darauf hin, dass viele Opfer aus Vietnam stammen. Vermutlich handelt es sich um ins Land geschleppte Migranten. Die Zugmaschine des Lastwagens, in dem die Leichen gefunden wurden, war aus Irland gekommen. Der Auflieger wurde per Schiff über den belgischen Hafen Zeebrugge in den englischen Hafen Purfleet gebracht.




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