Letztes Update am Sa, 02.11.2019 06:26

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


US-Demokrat Beto O‘Rourke will nicht mehr Präsident werden



Der US-Demokrat Beto O‘Rourke bewirbt sich nicht mehr um die Präsidentschaftskandidatur seiner Partei. Es sei inzwischen klar, dass seine Kandidatur nicht erfolgreich sein könne, erklärte der frühere texanische Abgeordnete. Nun sei es das Wichtigste, dass sich die Partei auf einen Kandidaten verständige, um Präsident Donald Trump bei der Wahl in einem Jahr zu schlagen, erklärte er weiter.

O‘Rourke (47) galt zeitweise als Hoffnungsträger der Demokraten, konnte aber seit Monaten in Umfragen nicht genug Zustimmung gewinnen. Er dankte seinen Unterstützern dafür, „weiterhin Zuversicht zu haben, dass wir aus diesem Moment großer Gefahr einen Moment großer Möglichkeiten für Amerika und die Welt machen können.“ Nun gehe es darum, Trump zu besiegen und sich weiter für die wichtigen Themen wie strengere Waffengesetze, Überwindung von strukturellem Rassismus und der Bekämpfung des Klimawandels einzusetzen, erklärte O‘Rourke am Freitag (Ortszeit).

Trump wiederum überschüttete O‘Rourke bei einer Wahlkampfveranstaltung im US-Bundesstaat Mississippi sogleich mit Spott. „Beto hat aufgegeben wie ein Hund“, sagte er unter dem Jubel seiner Anhänger. „Er hat sich zum Deppen gemacht“, sagte er weiter. Trump kritisierte O‘Rourke auch für dessen Forderungen nach restriktiveren Waffengesetzen.

Derzeit bewerben sich immer noch mehr als ein Dutzend Demokraten darum, für ihre Partei bei der Präsidentschaftswahl anzutreten. Die Favoriten sind Umfragen zufolge derzeit der frühere Vizepräsident Joe Biden sowie die Senatoren Elizabeth Warren und Bernie Sanders.

Die parteiinternen Vorwahlen, bei denen die Demokraten ihren Kandidaten für die Wahl im November 2020 festlegen, beginnen erst im Februar. Trump will bei der Wahl für die Republikaner antreten und sich eine zweite Amtszeit sichern.

Trump (73) machte sich vor seinen Anhängern auch über Biden lustig, den er konstant als „schläfrigen Joe“ bezeichnete. Biden spreche so langsam, dass er mit ihm nicht mal eine Fernsehdebatte haben könne, sagte Trump. Biden habe nicht das Zeug zum Präsidenten, so Trump.

Der Präsident selbst stand zuletzt verstärkt unter Druck. Die Demokraten im Repräsentantenhaus haben wegen der Ukraine-Affäre die Vorbereitungen eines Amtsenthebungsverfahrens gegen Trump eingeleitet.

Im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten hat der frühere Vizepräsident Joe Biden im Schlüssel-Bundesstaat Iowa weiter an Boden verloren. In einer am Freitag veröffentlichten Umfrage von „New York Times“ und Siena College lagen nicht nur die Senatoren Elizabeth Warren und Bernie Sanders vor Biden. Der altgediente Politiker wurde überdies von dem 37-jährigen Kommunalpolitiker Pete Buttigieg überholt, den vor einem Jahr noch kaum einer kannte.

Iowa spielt eine wichtige Rolle bei der Entscheidung über den demokratischen Präsidentschaftskandidaten, weil hier im Februar die erste Vorwahl stattfindet. Mit einem Sieg hier oder zumindest einem überraschend gutem Abschneiden könnten die Bewerber die Weichen für ihre Kandidatur stellen. Deswegen werden die Wähler in Iowa seit Monaten von den demokratischen Präsidentschaftsbewerbern umworben.

Landesweit liegt Biden in den Umfragen weiter vorn, sein Vorsprung ist aber deutlich geschmolzen. Warren hat sich auf den zweiten Platz vorgekämpft, gefolgt von Sanders und mit deutlichem Abstand Buttigieg, dem Bürgermeister von South Bend im Bundesstaat Indiana.




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