Letztes Update am Sa, 02.11.2019 09:29

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Zehntausende in Chile demonstrieren erneut für Reformen



In Chile sind erneut Zehntausende Menschen für Reformen auf die Straße gegangen. In der Hauptstadt Santiago de Chile versammelten sich die Demonstranten, darunter viele junge Menschen und Familien, am Freitag auf der zentralen Plaza Italia, wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Die örtlichen Behörden sprachen von 20.000 Teilnehmern.

Der Protest blieb weitgehend friedlich. Vereinzelt gab es aber Zusammenstöße zwischen Demonstranten und den zahlreichen Polizisten, als diese versuchten, die Menge mit Tränengas und Wasserwerfern auseinanderzutreiben.

Protestkundgebungen fanden auch in der zentralchilenischen Hafenstadt Valparaíso und dem Nachbarort Viña del Mar statt. In Punta Arenas an Chiles Südspitze gab es einen Autokorso, bei dem chilenische Flaggen geschwenkt wurden.

Die Demonstranten fordern insbesondere eine Pensions- und Verfassungsreform sowie tiefgreifende Reformen des ultraliberalen Wirtschaftssystems in Chile. Einige verlangen auch den Rücktritt von Präsident Sebastián Piñera, der die Mitte Oktober ausgebrochenen sozialen Unruhen auch mit einer Reihe sozialer Maßnahmen und einer Kabinettsumbildung nicht beenden konnte.

Nach offiziellen Angaben starben bei den Protesten bereits mindestens 20 Menschen, davon fünf nach einem Einschreiten der Sicherheitskräfte. Außerdem wurden nach Angaben des unabhängigen Nationalen Instituts für Menschenrechte mehr als 1.300 Menschen verletzt.

Wegen der instabilen Lage in dem südamerikanischen Land wurde die UNO-Klimakonferenz im Dezember von Santiago de Chile nach Madrid verlegt. Auch das für den 16. und 17. November geplante Gipfeltreffen des Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsforums (APEC) kann nicht wie geplant in der chilenischen Hauptstadt stattfinden.




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