Letztes Update am Mo, 04.11.2019 13:23

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Rauchverbot: Nachtgastronomie beklagt Umsatzrückgang



Nach dem ersten rauchfreien Wochenende beklagt die heimische Nachtgastronomie einen Umsatzrückgang zwischen zehn und 20 Prozent. Dies berichtete Mario Pulker, Obmann des Fachverbandes Gastronomie in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), der APA aufgrund einer WhatsApp-Gruppe, in der sich 220 entsprechende Betriebe austauschen.

„Im Großen und Ganzen haben sich alle an das Gesetz gehalten“, betonte Pulker. In Wien habe es kaum Beanstandungen durch das Marktamt gegeben. Drei falsche Pickerln wären kritisiert worden und auch bei dem einen Betrieb, in dem noch geraucht wurde, hoffe man, dass bei der Strafe „nicht ins Volle gegriffen“ werde.

Der Lärm auf der Straße vor den Lokalen habe schon zugenommen, doch habe es nicht mehr Anzeigen als sonst auch gegeben, meinte der Gastro-Obmann. Dies liege vor allem daran, dass man bereits im Vorfeld den Kontakt zu den Anrainern gesucht habe. Allerdings habe eine Disco in Oberösterreich nach 47 Jahren zugesperrt, da der Lärmpegel zu hoch wäre.

Von Regierungsseite wünschen sich die Gastronomen eine Klarstellung, was auf den Freiflächen vor den Lokalen erlaubt ist und was nicht. „Bei den Beamten auf Landesebene oder bei den Bezirkshauptmannschaften sieht das jeder anders, ob man etwa ein Zelt aufstellen darf oder nicht“, beklagte Pulker. Bereits im Juli 2017 sei man deshalb bei der damaligen Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner (SPÖ) vorstellig geworden, um eine Präzisierung zu bekommen. Diese sei immer noch ausständig und man könne den Betrieben deshalb bis heute keine Rechtsauskunft geben.

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In Wien ging das erste rauchfreie Wochenende in der Gastronomie so gut wie ohne Verstöße über die Bühne. 726 Lokale wurden bisher kontrolliert, in nur drei Fällen erstatteten die Behörden Anzeige wegen unerlaubten Rauchens, teilte Marktamtssprecher Alexander Hengl mit. Zusätzlich gab es fünf Anzeigen wegen fehlender Kennzeichnung des Rauchverbots. Zu Konflikten oder Beschimpfungen im Zuge der Überprüfungen sei es bisher nicht gekommen, versicherte Hengl.

Bis Jahresende will das Wiener Marktamt rund 5.000 Kontrollen durchgeführt haben. Die Anzeigen bei Verstößen landen bei den Magistratischen Bezirksämtern, die gegebenenfalls Pönalen verhängen.

In Niederösterreich gab es keine Anzeigen zum Rauchverbot. Bisher wurden in Summe drei Beschwerden - konkret in St. Pölten und Krems - dokumentiert, denen nun nachgegangen wird, sagte St. Pöltens Bezirkshauptmann Josef Kronister. In St. Pölten sei das erste rauchfreie Wochenende in der Gastronomie im Großen und Ganzen“sehr ruhig“ verlaufen, „die Bevölkerung scheint die jetzige Regelung zu akzeptieren“, teilte der Magistrat der niederösterreichischen Landeshauptstadt mit.

Auch im Burgenland langte in der Landeshauptstadt Eisenstadt noch keine Anzeige ein. Aktive Kontrollen seien nicht geplant, sollte es Anzeigen geben, werde man sich das anschauen.

Ruhig war die Lage in den ersten Tagen des Rauchverbotes in Klagenfurt. Wie die Stadtpresse auf APA-Anfrage mitteilte, hatte es weder Beschwerden noch Anzeigen gegeben. Man habe aber schon in den Tagen vor dem Inkrafttreten Präventionsarbeit geleistet, wie etwa in Shishabars oder in Discos - dort habe man Jugendliche über die Rechtslage ab 1. November aufgeklärt und auch vermittelt, welche Strafen bei Verstößen fällig werden.

In der Steiermark gab es laut Polizei keine Probleme bei der Umsetzung. Es sei ruhig gewesen und nichts gemeldet worden, teilte ein Polizeisprecher mit. Allerdings sei man ja auch nicht in erster Linie zuständig für die Kontrollen. Man schreite lediglich ein, wenn sich strafrechtliche Aspekte wie etwa Schlägereien ergeben würden.

In Vorarlberg langten zumindest zwei Anzeigen wegen unerlaubten Rauchens bei den Behörden ein, diese betrafen die Bezirkshauptmannschaft Bludenz. Einen Überblick zu geben war den Behörden am Montag aber noch nicht möglich, dazu werde man noch zwei, drei Tage benötigen. Die Zuständigen waren seit Montag früh mit dem Sichten des analogen und digitalen Posteinlaufs seit 1. November beschäftigt.




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