Letztes Update am Mo, 04.11.2019 14:42

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Jean-Paul Dubois gewinnt den Prix Goncourt



Der französische Autor Jean-Paul Dubois (69) erhält für sein 22. Buch, den Roman „Tous les hommes n‘habitent pas le monde de la même façon“ (etwa: „Nicht alle Menschen leben auf derselben Weise auf der Welt“) den Prix Goncourt. Das gab die Jury am Montag in Paris bekannt. „Für diese Art von Sachen bin ich nicht gemacht, das ist nicht meine Welt“, kommentierte der Preisträger den Medienrummel.

Die seit 1903 vergebene prestigereiche Literatur-Auszeichnung ist mit lediglich symbolischen zehn Euro dotiert, sorgt aber vor allem in Frankreich für ein starkes Steigen der Verkaufszahlen. Dubois setzte sich im zweiten Wahlgang mit sechs zu vier Stimmen gegen die belgische Bestsellerautorin Amelie Nothomb (53) durch, die mit ihrem 28. Roman „Soif“ nominiert war. In der Endauswahl waren auch Jean-Luc Coatalem („La part du fils“) und Olivier Rolin („Extérieur monde“). Im vergangenen Jahr gewann Nicolas Mathieu mit „Leurs enfants après eux“ (deutsch: „Wie später ihre Kinder“). Er wird am 8. November auf der Buchmesse „Buch Wien“ erwartet.

Jean-Paul Dubois wurde 1950 in Toulouse geboren, studierte Soziologie und arbeitete zunächst als Sportreporter, danach als Reporter des Nachrichtenmagazins „Nouvel Observateur“. Er hat bereits über ein Dutzend Romane sowie Reiseberichte und Essays veröffentlicht und wurde 2004 für „Une vie francaise“ mit dem renommierten Prix Femina ausgezeichnet. Bereits mit seinem vorigen Roman, „La succession“, war er 2016 in der engeren Auswahl für den Prix Goncourt gewesen. „Wenn die Romane von Jean-Paul Dubois aus dem Englischen übersetzt wären, hätte er in Frankreich einen Status, der John Irving oder William Boyd vergleichbar wäre“, sagte Bernard Pivot, Präsident der Akademie Goncourt.

Auf Deutsch sind von Dubois u.a. die Romane „Ein französisches Leben“ (2007) und „Der Fall Sneijder“ (2014) erhältlich. Sein neuer Roman handelt von einem Mann, Paul Hansen, der in Kanada in einem Gefängnis sitzt. In seiner Zelle lässt der Pfarrerssohn in tragikomischem Ton sein Leben Revue passieren - bis hin zu jenen Ereignissen, die zu seiner Verurteilung führten.

Der zeitgleich vergebene Prix Renaudot ging an Sylvain Tesson für „La panthère des neiges“ („Der Schneeleopard“). Das Buch des 47-jährigen Schriftstellers handelt von einer einzigartigen Begegnung, in deren Mittelpunkt das titelgebende Tier steht.




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