Letztes Update am Mo, 04.11.2019 16:44

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Rummenigge nach Kovac-Aus in Bayerns Trainerfrage defensiv



Am Tag nach der Trennung von Niko Kovac hat sich Bayern Münchens Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge wenig konkret zur Neubesetzung des Cheftrainer-Postens geäußert. Bereits begonnene Spekulationen seien normal. „Aber es wird wohl auch jeder Verständnis dafür haben, dass ich mich zu Gerüchten und Spekulationen in der Öffentlichkeit nicht äußern werde“, erklärte Rummenigge.

Kandidaten werden öffentlich zuhauf genannt, vom Leipziger Mastermind Ralf Rangnick über vereinslose und international namhafte Trainer wie Jose Mourinho oder Massimiliano Allegri bis hin zu der reizvollen Variante mit Erik ten Hag, der aktuell bei Ajax Amsterdam europaweit anerkannte Arbeit leistet und dazu als ehemaliger Coach der zweiten Münchner Mannschaft über eine Bayern-Vergangenheit verfügt.

Was Kovac fehlte - taktische Versiertheit sowie das Zutrauen und der Rückhalt etlicher Spieler - sollte der Neue mitbringen, um in München wieder eine Kontinuität auf dem Trainerposten herzustellen. Die volle Rückendeckung aller Vereins-Entscheider gehört auch mit ins Profil.

Der 48-jährige Kroate Kovac hatte im Krisengespräch mit Rummenigge, Hoeneß und Sportdirektor Salihamidzic am Sonntag stilvoll den Weg freigemacht. Kovac nannte die Trennung „die richtige Entscheidung für den Club“.

Bei der mitten in der Saison besonders diffizilen Suche nach dem neuen passenden Trainer für ÖFB-Star David Alaba wird auch Präsident Uli Hoeneß als demnächst einfaches Aufsichtsratsmitglied eingebunden sein, wie Rummenigge erklärte. „Ich möchte zunächst einmal festhalten, dass Uli Hoeneß, Hasan Salihamidzic und ich gemeinsam und einvernehmlich mit Niko Kovac entschieden haben, die Zusammenarbeit zu beenden. Und auch in Zukunft werden Uli, Hasan und ich in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat wichtige Entscheidungen gemeinsam diskutieren und beschließen“, sagte Rummenigge, der sich auch bezüglich des Zeithorizonts zugeknöpft gab.

Abseits der intensiven Fahndung nach einem geeigneten und möglichst rasch verfügbaren neuen Cheftrainer werden alle Kräfte und die gesamte Konzentration nach dem 1:5-Tiefpunkt in Frankfurt zunächst auf die dringend benötigte sportliche Wende ausgerichtet. Gegen Piräus in der Champions League und Borussia Dortmund wird der bisherige Kovac-Assistent Hans-Dieter Flick als Interimscoach fungieren. „Hansi Flick genießt unser Vertrauen, und ich denke, dass er im Moment genau der richtige Mann ist“, erklärte Rummenigge.




Kommentieren