Letztes Update am Mo, 04.11.2019 18:10

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Geplanter Truppenrückzug aus Ostukraine verschoben



Im Osten der Ukraine ist der geplante Abzug von Regierungstruppen und prorussischen Rebellen aus einem weiteren Gebiet an der Frontlinie verschoben worden. Wegen des Bruchs einer siebentägigen Feuerpause durch Schüsse der Rebellen sei das Vorhaben vorerst gestoppt worden, erklärte der ukrainische Außenminister Wadim Pristaiko am Montag.

Sollten die Rebellen die Waffenruhe fortan respektieren, könne der Truppenabzug am Freitag nachgeholt werden, erklärte Pristaiko. Vonseiten der selbst erklärten Republik Donezk bestätigte Natalja Nikonorowa das „Scheitern“ des geplanten Truppenabzugs. Sie machte gegenüber einer Nachrichtenagentur der Rebellen die Regierung in Kiew und deren „absurde und zerstörerische Spiele“ für die Verschiebung verantwortlich.

Ursprünglich war vorgesehen, dass beide Konfliktparteien ab Montag ihre Truppen aus der Gegend rund um das Dorf Petriwske in der Region Donezk abziehen sollten. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) hatte am vergangenen Mittwoch jedoch Verstöße gegen die Feuerpause festgestellt.

Der Abzug aus Petriwske wäre der letzte von insgesamt drei Rückzügen von Regierungs- und Rebelleneinheiten. Vergangene Woche war der Abzug aus einem Gebiet in der Region Luhansk erfolgt. Erstmals hatten sich im Sommer Truppen aus einem Sektor in der Konfliktregion zurückgezogen.

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Der Abzug ist eine der Bedingungen Moskaus für ein erstes Treffen zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj, das im sogenannten Normandie-Format unter Beteiligung Deutschlands und Frankreichs stattfinden könnte.

Selenskyj bemüht sich seit seinem Amtsantritt im Mai um eine Wiederbelebung des Friedensprozesses im Osten der Ukraine. In dem seit 2014 andauernden Konflikt wurden fast 13.000 Menschen getötet. Der Rückzug aus den Gebieten wurde in einem Abkommen von 2016 vereinbart und soll zeitgleich stattfinden. Viele ukrainische Nationalisten sowie Veteranen, die gegen die prorussischen Rebellen gekämpft hatten, sind strikt gegen den Rückzug.




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