Letztes Update am Mi, 06.11.2019 18:57

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Wolfsberg will Basaksehir bei Revanche „überfordern“



In der Neuauflage des jüngsten Fußball-Europa-League-Duells mit Istanbul Basaksehir will sich der WAC am Donnerstag (21.00 Uhr/live Puls4, DAZN) diesmal belohnen. Zwei Wochen nach der vermeidbaren 0:1-Auswärtsniederlage sinnen die Kärntner in Graz auf Revanche, um die Aufstiegschance zu wahren. „Wir werden alles dran setzen, um die wichtigen drei Punkte mitzunehmen“, sagte Coach Gerhard Struber.

Ein 1:1 gegen die AS Roma sowie der 4:0-Kantersieg über Sturm am vergangenen Wochenende zeigen, dass die „Wölfe“ in der steirischen Landeshauptstadt nicht fremdeln. Diese „Wohlfühl-Atmosphäre“ soll die Leistung gegen Basaksehir einmal mehr befeuern. „Wir genießen die Atmosphäre und fühlen uns dort sehr wohl. Das kriegt man als Spieler und Trainer nicht so oft in einem Spielerleben. Da müssen wir die Gunst der Stunde nützen“, erklärte Struber. Seine Mannschaft liegt in der Gruppe J gleichauf mit Basaksehir (je 4) einen Punkt hinter der Roma bzw. zwei Zähler vor Borussia Mönchengladbach.

Im „Hinspiel“ am Bosporus konnte der WAC gegen die mit zahlreichen internationalen Routiniers gespickten Hausherren seine gewohnten Qualitäten nur selten ausspielen, in der 80. Minute fingen sich Michael Liendl und Co. dann den entscheidenden Konter ein. Zu ähnlichen Szenen soll es diesmal gar nicht erst kommen. „Wir wissen, wie richtungsweisend dieses Spiel für uns ist und wollen gegen den technisch schwer gewichteten Gegner alles in die Waagschale werfen“, versprach Struber. „Wir wollen von der ersten Sekunde an der unangenehme Taktgeber sein.“

Seine Team könne „schon richtig gut Fußball spielen“, in erster Linie müsse man aber die Türken mit hoher Aufmerksamkeit und schierer Intensität überrumpeln. „Wir wollen sie mit unserer Art überfordern. Das ist die einzige Chance“, betonte Struber, dessen Truppe nur drei Tage später in Wolfsberg in der Liga gegen Meister Salzburg gefordert sein wird.

Durchaus als Vorteil könnten sich die Ausfälle von Mahmut Tekdemir und des Torschützen des Hinspiels, Irfan Kahveci, erweisen, die üblicherweise im zentralen Mittelfeld Basaksehirs gesetzt sind. Kahveci ist fix out, Tedkemir „wackelt“ noch. „Das sind schon zwei Stammkräfte. Und wenn man gesehen hat, was Kahveci mit seinen Dribbelkünsten im ersten Spiel gemacht hat, dann ist das sicher kein Nachteil für uns“, meinte Struber. Er selbst hat, abgesehen vom verletzten Dominik Baumgartner, einen vollfitten Kader zur Verfügung.

Istanbul Basaksehir ist mit viel Respekt im Gepäck nach Österreich gekommen. „Wir haben in dieser Region einen Trainer, der für uns den WAC genau beobachtet hat. Das letzte Spiel gegen Sturm Graz war enorm stark, uns erwartet ein schwieriges Spiel“, sagte Coach Okan Buruk am Mittwochabend in der Grazer Merkur Arena. Das erlebten die Türken auch schon im Hinspiel, das knapp mit 1:0 gewonnen wurde.

Auch deshalb sehen sich die Gäste nicht in der Favoritenrolle. „In der Gruppe sind alle vier Mannschaften als Favoriten zu zählen“, betonte der 46-Jährige. Der WAC habe eine sehr motivierte Mannschaft und zeichne sich durch ein angriffsstarkes, konstantes Spiel aus. „Darauf haben wir uns gezielt vorbereitet. Wir werden alles versuchen, um das Spiel zu gewinnen“, so Buruk.

Negativ ist für ihn, dass er nicht aus dem Vollen schöpfen kann. Der Ausfall von Irfan Can Kahveci wiege schwer. Daneben stehen auch Danijel Aleksic und ziemlich sicher Mahmut Tekdemir nicht zur Verfügung. „Es ist eine schwierige Situation, ich habe aber Vertrauen in alle Spieler. Wir haben einen sehr großen Kader“, erläuterte der Basaksehir-Coach. Zählen kann er auf Mehmet Topal, der mit Fenerbahce im Juli 2017 in Graz gegen Sturm in der dritten Quali-Runde zur Europa League mit 2:1 gewann und daher „sehr gute Erinnerungen“ an das Stadion hat.

Aus der Türkei reisen nur „wenige“ Fans an, das Stadion wird insgesamt nicht sehr gut ausgelastet sein. Mehr als 5.000 Karten wurden bisher verkauft. Wolfsberg hielt das Abschlusstraining am Mittwoch im Lavanttal ab, auch um den Rasen aufgrund der Regenfälle zu schonen.




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