Letztes Update am Mo, 11.11.2019 05:27

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Thiem startet in London mit Sieg über Federer



Dominic Thiem ist am Sonntag bei seinem vierten Antreten bei den ATP Finals erstmals mit einem Sieg ins Turnier gestartet. Der 26-jährige Niederösterreicher rang vor 17.500 Zuschauern in der Londoner O2-Arena den als Nummer 3 gesetzten Schweizer Roger Federer im ersten Gruppenspiel nach 1:40 Stunden mit 7:5,7:5 nieder. Thiem trifft damit am Dienstag auf Topfavorit Novak Djokovic (SRB-2).

Für den 16-fachen Turniersieger aus Lichtenwörth bedeutet dies schon einmal fix 200 ATP-Punkte für einen Sieg in der Gruppe Björn Borg sowie 430.000 Dollar (389.704 Euro) Preisgeld. Thiem stellte im Head-to-Head mit Federer damit schon auf 5:2-Siege. „Es war eine großartige Performance, mein erster Eröffnungs-Sieg hier bei den Finals“, freute sich Thiem noch auf dem Court. „Es ist jedes Mal überwältigend und atemberaubend in diese Arena reinzugehen, besonders, wenn sie so vollgefüllt ist. Ich glaube, wir hatten ein gutes und enges Match. Es ist immer sehr besonders, Roger zu schlagen, weil er eine absolute Legende ist.“

Da die beiden Sieger der ersten Gruppenspiele am Dienstag aufeinandertreffen (sowie die jeweiligen Verlierer), bekommt es Thiem schon im zweiten Round-Robin-Spiel mit der nächsten Tennis-Legende zu tun. Djokovic hatte sich am Nachmittag gegen Matteo Berrettini (ITA-8) souverän mit 6:2,6:1 durchgesetzt.

Thiem hat in bisher drei Antreten jeweils nach nur einem Sieg in der Gruppe den Einzug ins Halbfinale verpasst, nun hat er ausgezeichnete Karten, sein Ziel Halbfinale zu erreichen. Seinen schon fünften Sieg über Federer begründete er so: „Zum Glück habe ich eine ziemlich gute Bilanz gegen ihn und ich versuche, dass ich in diesem Head-to-Head voran bleibe.“

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.

Für Thiem starteten seine vierten ATP Finals zunächst ganz nach seinem Geschmack. Der diesjährige Kitzbühel- und Wien-Sieger ging nach einem Break im Auftaktgame gleich 2:0 in Führung. Doch Federer gelang das Rebreak zum 2:2 bzw. die 3:2-Führung. Danach ging es bis zum 5:5 ohne Serviceverlust, ehe Thiem mit einem Break zum 6:5 die Weichen zur 1:0-Satzführung herstellte.

Satz zwei verlief noch ausgeglichener, Thiem wehrte bei 1:2 einen Breakball gegen sich ab, danach steuerte alles auf ein Tiebreak zu. Doch wieder gelang dem 16-fachen Turniersieger Thiem gegen den 103-fachen Champion Federer das Break zur rechten Zeit, also zum 6:5. Thiem schaffte nach Abwehr von zwei Breakbällen im zwölften Game mit dem zweiten Matchball den Sieg.

Mit heiserer Stimme, aber sehr zufrieden bilanzierte Thiem sein erstes Match. Erstmals im vierten Versuch gewann er gleich sein Auftakt-Gruppenmatch bei den ATP Finals. Noch dazu gegen Roger Federer. Seine Ausgangslage für den erhofften, erstmaligen Halbfinaleinzug ist dementsprechend gut.

„Es ist ein gutes Gefühl und ich habe auch das Gefühl, dass ich obenauf bin, weil ich nur noch einen Schritt weg bin vom Halbfinale“, sagte Thiem im Hinblick bereits auf das Duell mit Novak Djokovic. „Ich kann das natürlich am Dienstag fixieren, aber auf der anderen Seite: wenn ich die Partie verliere, dann beginnt wieder das große Zittern und dann geht es wieder am Donnerstag um alles“, weiß der zweifache French-Open-Finalist um die Round-Robin-Arithmetik bestens Bescheid.

„Irgendwie ist jedes Match richtig wichtig. Aber es ist definitiv schöner, so ins Turnier zu starten als wie in den letzten drei Jahren.“ Dass er es bisher noch nie geschafft hat, im gleichen Turnier nach einem Sieg über einen der „big three“ im nächsten Match gegen den nächsten zu reüssieren, macht ihn nicht bange. „Ich glaube, dass es von der Situation her diesmal schon ein bisserl anders ist. Es ist hier komplett am Anfang von einem Turnier, es ist best-of-three-Sätze, ich habe morgen Pause, dann werde ich am Dienstag sicher topausgeruht ins Match gehen.“

Djokovic zeigte indes einmal mehr, dass ihm der Schauplatz London einfach liegt. Erst vor wenigen Monaten hat er im Westen der Stadt zum fünften Mal in Wimbledon triumphiert, in der O2-Arena im Osten hat er auch vier seiner fünf ATP-Finals-Titel gewonnen. „Es fühlt sich großartig an, wieder hier zu sein. Natürlich hatte ich früher in diesem Jahr schon einen tollen Aufenthalt hier in London, habe in Wimbledon sehr gut gespielt und über die Jahre auch wirklich gut in dieser Arena gespielt“, meinte ein zufriedener „Djoker“.

Djokovic, zuletzt Sieger beim 1000er-Event in Paris-Bercy, hat unter gewissen Umständen die Chance, zum sechsten Mal in seiner Karriere das Jahr als Nummer 1 der Welt zu beenden. Da hat allerdings Rafael Nadal, sofern er topfit ist, auch noch mitzureden. Schon jetzt steht fest, dass Djokovic zumindest wieder wie im Vorjahr das Finale erreichen muss.

Djokovic wusste freilich von Berrettinis Debüt in der Riesenhalle: „Es war nicht leicht für ihn, in seinem ersten Match bei den ATP Finals. Ich wusste, dass er zu Beginn wahrscheinlich ein bisschen nervös sein wird. Und ich habe versucht, meine Erfahrung zu nutzen und offenbar die richtige Taktik, um gut zu spielen“, analysierte der mittlerweile 16-fache Major-Sieger. „Ich habe das Break Mitte des ersten Satzes geschafft, danach habe ich seinen Aufschlag besser lesen können.“




Kommentieren