Letztes Update am Di, 12.11.2019 06:42

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Israel tötete einen Anführer des Islamischen Jihad in Gaza



Israels Sicherheitskräfte haben in einer gezielten Aktion einen Anführer des Islamischen Jihad im Gazastreifen getötet. Die Armee informierte über die Operation unter Beteiligung des Inlandsgeheimdienstes Shin Bet in der Nacht auf Dienstag. Die militante Palästinenserorganisation bestätigte den Tod von Baha Abu Al-Atta und seiner Frau. „Israel hat alle roten Linien überschritten“, hieß es dabei.

Laut Gesundheitsministerium in Gaza wurden zwei weitere Personen verletzt. Nach Medienberichten fing das Abwehrsystem Iron Dome (Eisenkuppel) anschließend mehrere Raketen ab, die vom Gazastreifen auf Israel abgefeuert wurden. Die Armee sprach zunächst nur von Raketenalarm. Auch in Tel Aviv heulten in der Früh die Sirenen.

Abu Al-Atta habe in den vergangenen Tagen Vorbereitungen für „unmittelbar bevorstehende“ Terroranschläge auf israelische Zivilisten und Soldaten vorangetrieben, teilte die Armee mit. Er habe unter anderem „Terrorsquads“ für das Eindringen nach Israel trainiert. Abu al-Atta war der Anführer der Al-Quds-Brigaden, des bewaffneten Arms des Islamischen Jihad im Gazastreifen.

Die Operation habe dazu gedient, „eine drohende Gefahr“ abzuwenden, hieß es weiter von der Armee. Sie sei von Ministerpräsident und Verteidigungsminister Benjamin Netanyahu genehmigt worden. Die Regierung hatte am Sonntag der Ernennung von Naftali Bennett von der Neuen Rechten zum neuen Verteidigungsminister zugestimmt.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.

„Abu al-Atta war verantwortlich für die meisten Aktivitäten des palästinensischen Islamischen Jihad im Gazastreifen und war eine tickende Zeitbombe“, teilte die Armee mit. „Er hat Terrorattacken angeführt und sich persönlich an ihnen beteiligt sowie an Versuchen, israelischen Zivilisten und Soldaten Leid zuzufügen durch Raketenbeschuss, Scharfschützenfeuer, das Senden von Drohnen und mehr.“

Abu al-Atta sei verantwortlich gewesen unter anderem für den intensiven Beschuss Anfang Mai, den Raketenbeschuss am 1. November, bei dem ein Haus in der israelischen Stadt Sderot getroffen wurde, sowie Raketenbeschuss auf ein Musikfestival in Sderot Ende August, teilte die Armee mit.

Die Arme hat nach eigenen Angaben verstärkt Truppen ins Grenzgebiet verlegt. Nach Medienberichten wurde wegen der Sorge vor Angriffen des Islamischen Jihad auf israelische Grenzorte am Dienstag teilweise der Zugverkehr eingestellt. Schulen blieben geschlossen. Nach Angaben der Armee heulten am Morgen Sirenen unter anderem in Ashkelon.

Israel hatte während des Sechstagekrieges 1967 unter anderem das Westjordanland und den Gazastreifen erobert. Es hat vor zwölf Jahren eine Blockade des Gazastreifens verschärft, die von Ägypten mitgetragen wird. Beide Länder begründen dies mit Sicherheitsinteressen. Die im Gazastreifen herrschende islamistische Hamas wird von der Europäischen Union, Israel und den USA als Terrororganisation eingestuft. Sie hat sich die Zerstörung Israels auf die Fahnen geschrieben.




Kommentieren