Letztes Update am Mi, 13.11.2019 12:46

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Schnee-Chaos in Österreich



Starke Schneefälle haben in der Nacht in den westlichen Landesteilen Kärntens für Probleme auf den Straßen gesorgt. Auch im Süden von Salzburg sorgte der Schneefall für Chaos auf der Tauernautobahn (A10), als zahlreiche Lkw hängen blieben. In Teilen von Österreich sorgten umgestürzte Bäume und schwerer nasser Schnee für Stromausfälle.

Neben dem starken Schneefall haben am Mittwochvormittag umgestürzte Bäume für Probleme auf Kärntens Straßen gesorgt. Betroffen waren vor allem die Bezirke Hermagor und Spittal an der Drau. Wie der Landesenergierversorger Kelag auf APA-Anfrage bekannt gab, waren rund 4.000 Haushalte ohne Strom. Elf Kärntner Schulen blieben am Mittwoch geschlossen.

Im Bezirk Hermagor in Kärnten war auf der Gailtal Straße (B111) der Abschnitt Lesachtal zwischen Birnbaum und Maria Luggau wegen Lawinengefahr gesperrt. Für die Weissenseebundesstraße (B87) bestand Kettenpflicht für alle Kraftfahrzeuge, gleiches galt für die Nassfeldstraße (B90) - diese Straße musste außerdem wegen umgestürzter Bäume gesperrt werden. Ebenfalls gesperrt wurde am Vormittag die Plöckenpass Straße (B110) nach Italien.

Umgestürzte Bäume sorgten in Oberkärnten auch für Stromausfälle. Wie Kelag-Sprecher Josef Stocker auf APA-Anfrage sagte, waren rund 4.000 Haushalte in den Bezirken Hermagor, Spittal und Villach-Land ohne Strom. Wie lange es dauert, bis die Versorgung wieder hergestellt ist, war vorerst unklar. Wie das Land Kärnten am Vormittag bekannt gab, blieben insgesamt elf Schulen in Oberkärnten geschlossen.

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Die Schneefälle in der Nacht sorgten Mittwochfrüh auch im Süden Salzburgs für tiefwinterliche Straßenverhältnisse und damit für Probleme. Vor allem auf der Tauernautobahn (A10) blieben zahlreiche Lkw hängen. „Die stehen nicht nur am Pannenstreifen, sondern zum Teil auch auf der Fahrbahn. Das behindert die Räumungsarbeiten zusätzlich“, teilte eine Sprecherin des ÖAMTC der APA mit.

Als Folge dürfte der Katschbergtunnel zwischen Salzburg und Kärnten aller Voraussicht bis in die Mittagsstunden hinein gesperrt bleiben. Zudem berichteten Einsatzkräfte vor allem in Pongau und Lungau von viel Baumbruch. Viele Bäume und Äste hielten der Schneelast nicht stand und stürzten auf Straßen. Vereinzelt waren auch Stromleitungen betroffen.

Auch in Salzburg kam es zu einer Reihe von Stromausfällen. Unter der nassen Last geknickte Bäume und Äste kappten vor allem im Süden des Landes Leitungen. Wie die Salzburg AG informierte, wurden die Stromausfälle im Pongau und Pinzgau mittlerweile behoben, im Lungau waren am Vormittag rund 800 Haushalte ohne Strom.

Auf zahlreichen Verbindungen im Bundesland galt Schneekettenpflicht - meist für schwerere Fahrzeuge und Lkw. Betroffen waren am Morgen etwa der Filzensattel, der Grießenpass oder der Radstadter Tauern zwischen Untertauern und Tweng. In der Früh waren auch der Ofenauer- und der Hieflertunnel auf der Tauernautobahn am Pass Lueg für Lkw gesperrt.

Wie die Energie Steiermark mitteilte, hat der nasse, schwere Schnee vor allem im Raum Rohrmoos und Stadl an der Mur Probleme bei der Stromversorgung verursacht. Rund 100 Trafostationen mussten Mittwochfrüh außer Betrieb gehen. Etwa 2.500 Haushalte waren betroffen. Der Stromversorger geht davon aus, dass weiterer Schneefall für weitere Probleme sorgen wird.

Während der Schnee für die einen Arbeit und Probleme bedeutet, ist er für andere ein Segen: Skigebiete haben erste Pisten und Loipen geöffnet oder öffnen sie ab kommenden Freitag - etwa auf der Turracherhöhe, auf der Reiteralm und der Planai in der Region Schladming.

Die tiefwinterlichen Fahrbahnverhältnisse sorgten bereits für erste Unfälle gesorgt. Schon am Dienstagabend war bei Zederhaus (Lungau) ein 21-jähriger Türke mit seinem Kleintransporter in einer Kurve von der Straße abgekommen und gegen einen Wildschutzzaun geprallt. Bei der Aufnahme des Unfalles stellte sich heraus, dass am Wagen nur schlechte Sommerreifen montiert waren.

Die starken Schneefälle führten in der Nacht auf Mittwoch in Osttirol zu Stromausfällen. Mittwochfrüh waren rund 2.500 Haushalte ohne Strom, teilte die Tinetz-Stromnetz Tirol AG mit. Aufgrund der Schneelast sei es zu Baumstürzen und Seilrissen gekommen. Über die Nachtstunden waren mehrere Servicetrupps im Einsatz.

In Osttirol waren wegen der starken Schneefälle auch einige Straßen gesperrt. Betroffen waren etwa die Drautalstraße bei Abfaltersbach oder die Villgratener Straße zwischen Innervillgraten und Kalkstein.

Für die Region war am Montag eine Schneewarnung herausgegeben worden. Hier kommen laut ZAMG bis Mittwochabend selbst in Tallagen 20 bis 50 Zentimeter Neuschnee zusammen.

Indes zeigte sich Mittwochfrüh auch die Brennerautobahn im winterlichen Kleid. Räumfahrzeuge waren im Einsatz.

Neuschnee und Regen bleiben auch in den kommenden Tagen auf der meteorlogischen Tagesordnung, denn die besonders für die Südhälfte Österreichs sehr feuchte Wetterlage hält zumindest bis Anfang nächster Woche an, prognostizierte die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) am Mittwoch. Eine nur kurze Niederschlagspause wird es heute Nachmittag und am Donnerstag geben.

„Eine Häufung von Tiefdruckgebieten im Mittelmeer-Raum ist für den Herbst typisch, wenn sich kalte Luft aus dem Norden mit der noch warmen Luft über dem Mittelmeer mischt“, sagte ZAMG-Meteorologe Hohenwarter. „Die derzeit vor allem für den Süden Österreichs sehr feuchte Wetterlage dauert bereits seit Anfang November an und dürfte sich zumindest bis Anfang kommender Woche halten.“




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