Letztes Update am Mi, 13.11.2019 15:26

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Schnee-Chaos in Österreich



Zum Teil hefige Schneefälle in Süd- und Westösterreich haben seit der Nacht auf Mittwoch in vielen Regionen zu Verkehrsbehinderungen und Stromausfällen geführt. Der Schwerpunkt des Schneefalls lag in Osttirol und Oberkärnten sowie im Bereich des Alpenhauptkamms von Salzburg und Tirol. Auch die Obersteiermark war betroffen. Die Wetterlage wird laut ZAMG noch bis kommende Woche anhalten.

In Tirol war vor allem Osttirol von den starken Schneefällen betroffen. Am frühen Nachmittag waren noch immer rund 2.500 Haushalte ohne Strom. Das Villgratental blieb vorerst komplett abgeschaltet. Die Reparaturarbeiten wurden indes durch Lawinengefahr erschwert. Zudem blieben im Bezirk 17 Schulen geschlossen. Aufgrund der Schneelast war es in der Nacht auf Mittwoch zu Baumstürzen und Seilrissen gekommen.

Indes hatte sich am Mittwoch auch die Brennerautobahn im winterlichen Kleid gezeigt. Räumfahrzeuge waren im Einsatz. In Südtirol schlug „Frau Holle“ mit Schneemengen von 40 bis 50 Zentimetern zu. Zahlreiche Straßen und die Eisenbahnlinie im Pustertal wurden von umgestürzten Bäumen blockiert. Mehrere Dolomiten-Pässe mussten geschlossen werden.

In Kärnten hat es am frühen Nachmittag noch immer auf einigen Straßen Behinderungen gegeben. Neben dem Schnee machten den Einsatzkräften vor allem umgestürzte Bäume zu schaffen. Betroffen waren vor allem das Lesachtal (Bezirk Hermagor) und das obere Mölltal (Bezirk Spittal an der Drau). Doch auch auf höhergelegenen Straßen außerhalb der beiden Bezirke gab es Behinderungen und Kettenpflicht.

In Oberkärnten blieben am Mittwoch insgesamt elf Schulen geschlossen. Die Schließung war laut dem Land Kärnten auf den Mittwoch beschränkt, könnte aber noch ausgedehnt werden, wenn sich das Wetter weiter verschlechtern sollte. Keine Entwarnung gab es vom Kärntner Landesenergieversorger Kelag: „Rund 4.000 Haushalte sind nicht versorgt“, sagte Kelag-Sprecher Josef Stocker. Zwar habe man in Oberkärnten einige Störfälle behoben, allerdings seien weiter im Osten, in den Bezirken Feldkirchen und St. Veit an der Glan, neue hinzugekommen. „Und wenn man eine Störung behoben hat, kann es auch sein, dass auf die gleiche Leitung der nächste Baum fällt. Eine Sisyphusarbeit“, meinte Stocker.

In Salzburg hat sich im Laufe des Tages die Situation auf den Verkehrswegen deutlich entspannt. Am frühen Nachmittag waren allerdings weiterhin 800 bis 1.000 Haushalte im Süden des Landes ohne Strom. Unter der nassen Last geknickte Bäume und Äste haben vor allem im Lungau Leitungen gekappt oder beschädigt. „Sobald eine Störung behoben wurde, kommt woanders eine neue hinzu“, sagte eine Sprecherin der Salzburg AG zur APA. Die Techniker des Energieversorgers schätzen, dass wohl erst gegen Ende des Tages die Stromversorgung flächendeckend wieder hergestellt sein wird.

Im ganzen Bundesland waren am Vormittag Feuerwehrleute damit beschäftigt, umgestürzte Bäume von den Straßen zu räumen oder Fahrzeuge zu bergen. Die Sperre des Katschbergtunnels wurde schon am Vormittag wieder aufgehoben, die Lkw-Staus lösten sich aber aufgrund der Blockabfertigung nur allmählich auf. Am Morgen waren auf der Tauernautobahn (A10) zahlreiche Lkw hängen geblieben. Offenbar haben viele Lenker darauf verzichtet, Schneeketten zu montieren - oder führten gar keine mit. In der Gemeinde Muhr (Lungau) ist der Ortsteil Hintermuhr wegen Lawinengefahr wohl bis Donnerstagmorgen nicht auf der Straße erreichbar. Und auf zahlreichen Passstraßen im Bundesland galt weiter Schneekettenpflicht.

In der Obersteiermark haben die starken Schneefälle zu Straßensperren, Unfällen und hängegebliebenen Lkw geführt. Rund 2.500 Haushalte im Raum Rohrmoos und Stadl an der Mur waren laut Energie Steiermark ohne Strom. Rund 100 Trafo-Stationen mussten abgeschaltet werden, da es Probleme mit gerissen Leitungen gab. Bäume und Äste hatten den nassen und damit schweren Schnee nicht getragen. Der Landesenergieversorger zog seine Bereitschaften zusammen und stockte das Personal auf. Zwischen Schladming und Gröbming musste der Zugverkehr von den ÖBB wegen der Witterung eingestellt werden. Ein Schienenersatzverkehr wurde eingerichtet. Die Ennstal Bundesstraße (B320) war ebenfalls über weite Strecken nur erschwert passierbar.

Probleme gab es beim obersteirischen LKH Stolzalpe: Die Zu- und damit auch Abfahrtsstraße musste am Vormittag wegen umgestürzter Bäume und Schnee gesperrt werden. Ambulante Patienten, die davor eingetroffen waren, saßen fest - ebenso wie Mitarbeiter nach Dienstschluss. Die steirische Krankenanstaltengesellschaft (KAGes) versicherte, dass genügend Vorräte und Kapazität zur Verfügung stehen würden. Die Leute werden mit Getränken und Jause versorgt. Gegen Mittag gab es auch Probleme mit der Stromversorgung. Laufende Operationen wurden daher rasch abgeschlossen, weitere Eingriffe verschoben.




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