Letztes Update am Do, 14.11.2019 10:21

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Drei Schulen in Kärnten bleiben nach Schneefall weiterhin zu



Der starke Schneefall vom Mittwoch hat auch noch am Donnerstag Auswirkungen auf das Leben in Kärnten gehabt. Wie das Land mitteilte, blieben die Volksschulen Heiligenblut, Stall und Rangersdorf im Mölltal (Bezirk Spittal an der Drau) weiter geschlossen. In Osttirol waren noch immer rund 1.800 Haushalte ohne Strom. Wegen fehlender Stromversorgung blieben zwei Volksschulen im Salzburger Lungau zu.

In Kärnten seien am Donnerstag auch Schüler entschuldigt, für die der Schulweg wegen der Schneelage zu gefährlich ist. Obwohl sich die Lage mittlerweile entspannt und der Schneefall aufgehört hat, waren Donnerstagfrüh noch einige Straßen gesperrt. Während im Bezirk Hermagor die Gailtal Straße (B111) auf der Kärntner Seite des Lesachtales wieder befahrbar war, galt zwischen Maria Luggau und Osttirol noch immer eine Sperre. Wegen umgestürzter Bäume gesperrt war auch noch der Plöckenpass (Grenzübergang nach Italien), der Kreuzberg (B87) und die Kreuzner Straße (L33). Die Kettenpflichten auf der Nassfeld Straße (B90) und am Gailberg (B110) wurden aufgehoben. Bis zumindest Donnerstagvormittag gesperrt blieb auch die Großglockner Straße (B107) im Bereich Iselsberg, der das Mölltal mit Osttirol verbindet.

In Osttirol war seit Mittwochabend vor allem das Defereggental mit Strom unterversorgt, teilte die Tinetz-Stromnetz mit. Im Villgratental konnte die Versorgung hingegen fast komplett wiederhergestellt werden, auch im Lesachtal wurden die Störungen bis Kartitsch behoben. Ins Defereggental blieb die Straße wegen Lawinengefahr vorerst gesperrt. Man habe die berechtigte Hoffnung, am Donnerstag alle Störungen im Hoch- und Mittelspannungsnetz beheben zu können, hieß es seitens der Tinetz.

Mit Hubschraubern sollen einerseits kritische Stellen, an denen Bäume in die Leitungen stürzten, lokalisiert und bearbeitet werden. Andererseits wolle man versuchen, durch den „Downwash“ der Hubschrauber die Bäume nahe der Leitungen vom Schnee zu befreien. Dies sei auch dringend notwendig, denn für Freitag und Samstag wurde mit weiteren Schneefällen in Osttirol gerechnet.

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In Salzburg rechneten die Einsatzkräfte mit einer Entspannung der Lage. Rund 800 Haushalte waren im Lungau in der Früh noch ohne Strom. Betroffen davon waren Ramingstein, Hintermuhr sowie Teile von Göriach und Tamsweg, hier insbesondere Seetal, Sauerfeld, Haiden und Lasaberg. Techniker der Salzburg AG bemühten sich seit den frühen Morgenstunden, die Stromversorgung wiederherzustellen. Wegen Lawinenabgängen und Baumbruchgefahr durch die starke Schneelast waren noch einige Landes- und Gemeindestraßen sowie Güterwege gesperrt.

„Die Nacht war ruhig. Feuerwehr, Straßenmeistereien und Private sind dabei, Straßen so weit wie möglich frei zu räumen“, fasste der Lungauer Katastrophenschutzreferent Philipp Santner zusammen. Er rechnete mit einer schrittweisen Freigabe der gesperrten Straßen im Laufe des Tages. Zur Bewertung der Gefahrenlage ist gegen 9.00 Uhr ein Hubschrauberflug mit Mitgliedern der Lawinenwarnkommission Muhr und Experten der Wildbach- und Lawinenverbauung sowie des Forstdienstes geplant.

Einsatzkräfte setzten die Aufräumarbeiten fort. Straßen wurden von umgestürzten Bäumen und Schnee befreit, hängen gebliebene Fahrzeuge geborgen und abgeschleppt. Rund 600 Einsatzkräfte von 40 Feuerwehren bearbeiteten bis zum Mittwochabend 106 Einsatzstellen, gab das Landesfeuerwehrkommando bekannt. Zehn Kinder, die am Mittwoch im Lungau von der Schule nicht mehr nach Haus gehen konnten, wurden bei Verwandten untergebracht. „Sie sind wohlauf“, sagte der Lungauer Katastrophenschutzreferent.

Die heftigen Schneefälle sind abgeklungen. Es zeigte sich im ganzen Land aufgrund eines Zwischenhochs wieder die Sonne, teilweise lag noch Nebel in den Tälern. Allerdings prognostizierten Meteorologen stürmischen Südwind vorwiegend in den Föhnstrichen der Tauerntäler. Für Freitag sind Windgeschwindigkeiten bis zu 160 km/h vorhergesagt. Mit spontanen Lawinenabgängen sei zu rechnen, warnte Santner. In den betroffen Gebieten sollte man Parkanlagen, den Wald und Stromleitungen meiden, „auch unnötige Fahrten mit dem Auto und das Parken unter Bäumen sollten vermieden werden“.

Schneekettenpflicht für alle Kraftfahrzeuge gab es am frühen Vormittag noch auf der alten Gerlosstraße zwischen Wald im Pinzgau und der Passhöhe sowie auf der Gerlos Alpenstraße von Krimml bis zum Gerlospass. Zudem war die Schneekettenpflicht für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen auf mehreren Gebirgsstraßen noch aufrecht.

Von den Straßensperren betroffen waren am Vormittag die Muhrer Landesstraße L211 ab dem Ortsteil Hemerach und die Gemeindestraße nach Hintermuhr ab der Ortschaft Muhr sowie wegen Baumbruchgefahr die Göriacher Landesstraße L231 zwischen St. Andrä und Göriach, die Prebersee Landesstraße L262 zwischen Tamsweg und der Landesgrenze zur Steiermark, die Bundschuh Landesstraße L267 ab dem Hochofen sowie mehrere Gemeindestraßen und Güterwege in Tamsweg, St. Andrä, Mauterndorf, Thomatal und Ramingstein. Die Steiermärkischen Landesbahnen haben zwischen Tamsweg und Murau den regulären Betrieb wieder aufgenommen.




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