Letztes Update am Do, 14.11.2019 10:31

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Angespannte Ruhe im Gazastreifen



Im Gazastreifen ist es Donnerstagfrüh nach einer von Ägypten vermittelten Waffenruhe weitgehend ruhig geblieben. Der Sprecher der palästinensischen Extremistengruppe Islamischer Jihad, Musab al-Braim, sagte, die Waffenruhe sei seit 4.00 Uhr (MEZ) in Kraft. Ein Vertreter Ägyptens bestätigte die Vereinbarung.

Der israelische Außenminister Israel Katz drohte dem Islamischen Jihad allerdings mit Vergeltung, sollten die Extremisten erneut vom Gazastreifen aus Raketen auf israelisches Territorium abfeuern. „Ruhe wird mit Ruhe beantwortet“, sagte Katz im Armee-Hörfunk. Israel werde aber nicht zögern, diejenigen anzugreifen, die versuchten, es zu verletzen - ob vom Gazastreifen oder von einem anderen Ort aus.

Braim sagte, Israel habe der Forderung zugestimmt, die gezielte Tötung von Kämpfern und die Erschießung von Demonstranten an der Grenze zum Gazastreifen einzustellen. Dem widersprach allerdings Außenminister Katz. Israel habe seine Haltung hier nicht geändert, es werde weiterhin gezielte Tötungen geben. Die schwersten gegenseitigen Angriffe seit Monaten hatten am Dienstag begonnen, als Israel Abu al-Atta, einen Befehlshaber des Islamischen Jihads im Gazastreifen, tötete.

In der Nacht auf Donnerstag wurde nach Angaben von Augenzeugen und örtlichen Medien ein Mitglied der palästinensischen Extremistengruppe Islamischer Jihad mit seiner Familie bei einem israelischen Luftangriff getötet. Insgesamt seien in Deir al-Balah acht Menschen getötet worden. Dabei handelte es sich um Jihad-Militärkommandant Rasmi Abu Malhous, zwei Frauen und fünf Minderjährige, berichteten palästinensische Medien. Das Gesundheitsministerium in Gaza bestätigte in der Früh, zwei Kinder seien tot aus Trümmern geborgen worden.

Eine israelische Militärsprecherin in Tel Aviv sagte dazu: „Die israelische Armee geht gegen Terrorziele im Gazastreifen vor, um die Sicherheit der israelischen Bürger zu gewährleisten.“ Man unternehme große Anstrengungen, damit dabei keine Unbeteiligten zu Schaden kommen. Der Bericht über den Tod Unbeteiligter bei einem Einsatz im Zentrum des Gazastreifens werde untersucht, sagte sie.

Die militanten Palästinenser reagierten mit dem Beschuss auf Israel auf die gezielte Tötung ihres Militärchefs Baha Abu al-Atta durch die israelische Luftwaffe. Auch seine Frau kam bei dem Angriff in der Nacht auf Dienstag ums Leben. Israel griff anschließend Dutzende Ziele des Islamischen Jihad im Gazastreifen an.




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