Letztes Update am Do, 14.11.2019 11:27

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


15. Vienna Art Week auf der Suche nach der Wahrheit



Nichts weniger als „die Suche nach der Wahrheit in der Kunst“ steht im Zentrum der 15. Vienna Art Week, die ab Freitag das Wiener Kunstgeschehen ins Schaufenster stellt. „Making Truth“ lautet das diesjährige Motto, das sich nicht nur im Rahmen des „Exhibition Parcours“ zu 14 ausgewählten Ateliers manifestiert. Auf dem Programm stehen zahlreiche Ausstellungseröffnungen und Lectures.

Insgesamt richten 70 Programmpartner rund 200 Veranstaltungen aus. Martin Böhm, Präsident des Art Clusters Vienna, freute sich am Donnerstag bei der Pressekonferenz im Dorotheum über das stetige Wachstum der Vienna Art Week in den vergangenen 15 Jahren. Mittlerweile sei es gelungen, „die Kunstszene der ganzen Stadt zu integrieren“. Ziel sei es, Kunst zugänglicher zu machen und zu zeigen, was in Wien passiert: „Kunst hatte in Wien vor 15 Jahren nicht den Stellenwert, der ihr gebührt“, so Böhm. Im Rahmen der Art Week wolle man „den Künstlern den Rücken stärken und ihnen eine Bühne geben“.

Im 15. Jahr ihres Bestehens hält die Vienna Art Week eine Reihe von Neuerungen bereit: So wurde der „Open Studio Day“ auf einen zweiten Tag verlängert, so dass Interessierte das gesamte Wochenende (16. und 17. November) auf Streifzug durch geöffnete Ateliers gehen können, um die heimische Kunstproduktion hinter den Kulissen zu beobachten. Insgesamt nehmen 150 Künstlerinnen und Künstler daran teil, der „Making Truth Exhibition Parcours“ bietet die Möglichkeit, in ausgewählten Ateliers neue Arbeiten zum Artweek-Thema „Making Truth“ zu besichtigen und mit den Künstlern im Rahmen von Artist Talks ins Gespräch zu kommen. Ausgewählt wurden die teilnehmenden Studios durch einen Open Call, an dem 300 Interessierte teilgenommen haben. Vor allem freut man sich über Studios, die über ganz Wien verteilt auch außerhalb der Innestadt ihre Tore öffnen.

Zu den Teilnehmern gehören heuer unter anderem Ashley Hans Scheirl und Jakob Lena Knebl, die laut Programm in ihrer Arbeit vermitteln, „dass Wahrheit auch ein Konstrukt und ein Akt der Aneignung ist“. Gerald Nestler, Sylvia Eckermann und Martin Walde wiederum greifen in ihren Arbeiten auf Forschungen und Visualisierungsmethoden der Wissenschaft zurück und machen sich so „in Wort und Bild das faktische Wissen einer Welt spielerisch zu eigen“. Sonntagabend ist die Universität für angewandte Kunst schließlich Schauplatz von zahlreichen Talks und Performances zu Themen wie „Truth, Bullshit and Ignorance“ oder „Art Production in Vienna“.

Die im Rahmen der „Open Studio Days“ entstehende multilokale Ausstellung findet schließlich einen Fortgang im digitalen Raum: Je ein Foto, das speziell für „Making Truth“ entstanden ist, wird auch über die „Open Studio Days“ hinaus in einer virtuellen Ausstellung verfügbar bleiben. Apropos online: Durch die Neuausrichtung der Website soll die Plattform der Vienna Art Week zu einem umfangreichen Portal der Wiener Kunstszene umgestaltet werden: „Informationen und Hintergrundgeschichten zum umfangreichen Kunstprogramm der Stadt können ab sofort ganzjährig online abgerufen werden“, so Robert Punkenhofer, künstlerischer Leiter der Art Week. „Wir wollen breiter kommunizieren und uns inhaltlich stärken.“

Zu den weiteren Programmpunkten zählt u.a. eine Theateraufführung mit dem Titel „Fake Reports“ im Volkskundemuseum, ein „Meet the Gallerist“-Nachmittag mit Teilnehmern wie den Galerien Krobath, Krinzinger oder Anzenberger oder Ausstellungseröffnungen im mumok („Objects Recognized in Flashes“), dem MAK („Otto Prutscher. Allgestalter der Wiener Moderne“) oder im Belvedere 21 („Eva Grubinger“). Auch die Kunsthalle Wien startet am Wochenende in das Programm unter der neuen Leitung des Trios WHW („What, How & for Whom“). Co-Direktorin Natasa Ilic freute sich bei der Pressekonferenz auf die Performance von Sylvia Palacios Whitman, die am Sonntag im Burgtheater Kasino gastieren wird. Zum Finale am 22. November füllt sich das Atelierhaus der Akademie der bildenden Künste noch einmal mit Talks, Performances und Lectures. Unter den Programmpunkten findet sich u.a. die Diskussion „Frauen in der Kunstwelt“ mit Sabine Breitwieser, Svetlana Demin und Elke Krystufek.

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