Letztes Update am Do, 14.11.2019 15:16

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Waffenruhe zwischen Islamischem Jihad und Israel erreicht



Nach dem jüngsten Gewaltausbruch zwischen Israel und radikalen Palästinensern aus dem Gazastreifen hat eine Waffenruhe am Donnerstag zunächst weitgehend gehalten. Nach Angaben der Extremisten-Gruppe Islamischer Jihad trat sie in der Früh in Kraft. Nach einigen Stunden berichteten Augenzeugen in dem Palästinensergebiet allerdings von fünf Raketen, die auf Israel abgefeuert worden seien.

Das israelische Militär erklärte, es seien zwei Raketen abgefangen worden. Angaben zu etwaigen Opfern lagen nicht vor. Unklar blieb, ob es zu einem längeren Waffenstillstand kommen wird: Der Islamische Jihad und die israelische Regierung machten unterschiedliche Angaben zu den Bedingungen der Waffenruhe.

Die schwersten gegenseitigen Angriffe seit Monaten hatten am Dienstag begonnen, als Israel Baha Abu al-Atta, einen Befehlshaber des Islamischen Jihad im Gazastreifen, tötete. Palästinensergruppen feuerten darauf hin Hunderte Raketen auf Israel ab. Israel reagierte mit Luftangriffen. Dabei wurden nach Angaben von Ärzten im Gazastreifen 34 Palästinenser getötet, Dutzende Israelis wurden bei dem Raketenbeschuss verletzt. Die im Gazastreifen regierende radikalislamische Hamas-Miliz war an dem Gewaltausbruch offenbar nicht beteiligt.

In der Nacht auf Donnerstag wurde ein weiteres Mitglied des Islamischen Jihad bei einem israelischen Luftangriff im Gazastreifen nach Angaben von Augenzeugen und örtlichen Medien mitsamt seiner Familie getötet. Insgesamt seien in Deir al-Balah acht Menschen getötet worden: der Jihad-Militärkommandant Rasmi Abu Malhous, zwei Frauen und fünf Minderjährige, berichteten palästinensische Medien. Das Gesundheitsministerium in Gaza bestätigte am Morgen, zwei Kinder seien tot aus Trümmern geborgen worden. Auch ein israelischer Armeesprecher bestätigte den Angriff auf das Haus von Abu Malhous.

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Die Waffenruhe war von Ägypten vermittelt worden. Einem Sprecher des Islamischen Jihad zufolge stimmte Israel dabei der Forderung zu, die gezielte Tötung von Kämpfern und die Erschießung von Demonstranten an der Grenze zum Gazastreifen einzustellen. Dem widersprach Israels Außenminister Israel Katz. Israel habe seine Haltung nicht geändert, sagte er. Es werde weiter gezielte Tötungen geben. „Ruhe wird mit Ruhe beantwortet“, sagte er im Armee-Hörfunk. Israel werde jedoch nicht zögern, diejenigen anzugreifen, die versuchten, Israel zu verletzen, ob vom Gazastreifen oder von einem anderen Ort aus.

Seit Dienstag hatte es massive Auseinandersetzungen zwischen Israel und militanten Palästinensern gegeben. Rund 450 Raketen wurden nach Angaben des israelischen Militärs nach Israel abgefeuert. In Israel wie auch im Gazastreifen wurden jeweils Dutzende Menschen verletzt.




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