Letztes Update am Fr, 15.11.2019 06:09

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Die „Dialoge“ kommen heuer auch ins Möbelhaus



Das „Dialoge“-Festival in Salzburg, im Mozart-Jubiläumsjahr 2006 von der Stiftung Mozarteum als avantgardistischer Gegenpol aus der Taufe gehoben, nähert sich wieder seinen Ursprüngen mit Genre-übergreifendem Programm. Zu Musik und Film kommen heuer Tanz und Literatur dazu. Das erste Festival aus der Feder von Andreas Fladvad-Geier, dem künstlerischen Leiter der Stiftung, startet am 22. November.

Nicht nur neue Disziplinen wollte Fladvad-Geier in seinem Programm unterbringen, sondern auch neue Musikgenres. So kommt es, dass das Österreichische Ensemble für Neue Musik zusammen mit der Salzburger Art-Pop-Band „Blank Manuskript“ am 25. November einen Abend für Frank Zappa gibt, wobei es nicht um das bloße Nachspielen von Zappas Musik geht, sondern vielmehr um dessen Verständnis von Musik und aufgelösten Grenzen.

Zurück ins Programm kehrt heuer der Tanz. Der finnisch-britische Choreograf Kristian Lever hat für die „Dialoge“ zusammen mit den Komponisten Kellen und Marshall McDaniel eine Geschichte entwickelt, die den Titel „Frameworks“ trägt und das Geschehen - die Entführung einer Frau - aus zwei Perspektiven erzählt. Lever wird das Werk zusammen mit seiner „Klever Dance Company“ am 27. November in der Szene Salzburg aufführen.

Mittlerweile Stammgast bei den „Dialogen“ ist der türkische Pianist Fazil Say, der vor allem auch als Komponist in Erscheinung tritt. Bei der „Fazil Say Nacht“ am 30. November gibt er zusammen mit der Mezzosopranistin Senem Demircioglu seine auskomponierten Beschäftigungen mit den Protesten gegen Erdogan 2013 in seiner Heimat Istanbul, die er „Gezi Park 3“ betitelt hat. Der Vorabend ist ebenfalls einem Musiker alleine gewidmet, nämlich Violinist Benjamin Schmidt, der Bach mit Berg und Birtwistle in Dialog setzt.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.

Im Rahmen der neuen Reihe „Musik und Literatur“ ist der Pianistin und Komponistin Afamia Al-Dayaa ebenfalls ein ganzes Konzert gewidmet, die ihr literarisches Erstlingswerk „Als ob man sich auf hoher See befände“ musikalisch verarbeitet hat. Mit einem weiteren neuen Format namens „Ortswechsel“ will Andreas Fladvad-Geier neue Musik bekömmlich unter die Leute bringen. Jeweils 15 bis 20 Minuten soll Musik an ungewöhnlichen Orten in der Stadt gespielt werden, und so scheint heuer im Programmheft auch das Ikea Möbelhaus auf, wo es ein Konzert für Marimba und Küchenutensilien gibt.

Die Konzerttage enden jeweils mit einer „Meditation“, bei der in der Stiftskirche zu St. Peter jeder Abend von jungen Musikern gestaltet und das Publikum zum Entspannen gebracht werden soll. Das Festival selbst endet traditionell mit einer Aufführung von Mozarts Requiem am 1. Dezember.




Kommentieren