Letztes Update am Fr, 15.11.2019 14:21

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


„Rote Wetterwarnung“ für Teile Osttirols und Oberkärntens



Die Bildungsdirektion Tirol hat wegen der anhaltend starken Schneefälle und des orkanartigen Sturms allen Pflichtschulen in Osttirol empfohlen, geschlossen zu bleiben. Die Schulleitungen seien informiert worden. Die Letztentscheidung liegt aber bei den Schulleitern der Pflichtschulen. Die Meteorologen gaben unterdessen für Teile Osttirols und Oberkärntens eine „Rote Wetterwarnung“ aus.

Die Empfehlung die Schulen geschlossen zu halten, galt nur für Freitag. Für kommende Woche soll die Situation neu bewertet werden, hieß es. Mädchen und Buben, die sich bereits in den Schulen befanden, wurden beaufsichtigt. Ebenfalls geschlossen blieben alle sechs höheren Schulen.

Für Osttirol und den Alpenhauptkamm wurde am Freitag Lawinenwarnstufe 4 der fünfteiligen Skala, also „große Gefahr“, ausgerufen. „Bis morgen, Samstag, soll sich die Wettersituation wieder etwas beruhigen“, sagte Rudi Mair, Leiter des Lawinenwarndienstes Tirol. Er riet vor jeder Skitour oder Variantenfahrt abseits der gesicherten Pisten dringend ab.

Während die Stromversorgung für Osttirol noch am Donnerstagabend wieder vollständig hergestellt werden konnte, mussten am Freitag die Bahnstrecken im Tiroler Außerfern und im Osttiroler Drautal unterbrochen werden. Die Unterbrechungen werden voraussichtlich bis Montag dauern. Grund für die Sperren sind Bäume, die infolge der Schneelast umgestürzt waren und dadurch Oberleitungen und Oberleitungsmasten beschädigt hatten. Für Reisende wurde ein Schienenersatzverkehr eingerichtet.

Eine „Rote Wetterwarnung“ gab unterdessen die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) besonders für Teile Osttirols und Oberkärntens aus. Die vor allem für die Südhälfte Österreichs sehr feuchte Wetterlage hält demnach bis Dienstag an. Regen und Schneefall können hier weiterhin für umstürzende Bäume, Überschwemmungen und Hangrutschungen sorgen.

In Kärnten tagte am Freitag auch der Landeskrisenstab. Wie Katastrophenschutzreferent Daniel Fellner (SPÖ) nach der Sitzung sagte, erwarte man für Freitag sowie für Sonntag und kommenden Dienstag drei Niederschlagswellen. Dazu komme auch noch Sturm. Kopfzerbrechen bereiten den Einsatzkräften schwankende Schneefallgrenzen. An der Sitzung nahmen Behördenvertreter, Lawinenwarndienst sowie Vertreter von Feuerwehr, Polizei, Bundesheer und Meteorologen teil.

In der Karnischen Region, also an der Südgrenze Kärnten, erwartet man am Freitag in der Zeit von 15.00 bis 22.00 Uhr Windgeschwindigkeiten von bis zu 80 km/h. „Der Wind an sich wäre kein Problem, er könnte aber in Kombination mit den schwer mit Schnee beladenen Bäumen eines werden“, sagte Fellner. Insgesamt werde das Wetter aber nicht „so dramatisch wie vergangenes Jahr“ ausfallen, meinte Fellner mit Hinweis auf das Sturmtief Vaia im Oktober 2018: Damals hatte der Sturm ganze Wälder in Kärnten verwüstet, mehrere Flüsse traten über die Ufer.

Was Überschwemmungen angeht, so erwartet man dieser Tage, dass vor allem kleinere Flüsse über die Ufer treten könnten, worauf sich die örtlichen Feuerwehren vorbereiten würden. Die Niederschlagsmenge vorherzusagen sei allerdings schwierig, so Fellner, da die Schneefallgrenze ständig schwanke.

Wie der Katastrophenschutzbeauftragte Markus Hudobnik sagte, seien die Katastrophenschutzzüge der Feuerwehren schon in Alarmbereitschaft. In den Gebieten, in denen es bereits viel geschneit hat, steht ein Black Hawk-Hubschrauber des Bundesheeres im Einsatz. Er befreit im sogenannten „Downwash-Flug“, also mit dem Abwind des Rotors, Bäume vom Schnee. Laut Fellner sei man auch darauf vorbereitet, kurzfristig Lawinen gezielt absprengen zu können. Und besonderes Augenmerk werde auf Flüsse gelegt, an denen derzeit an Hochwasserschutzbauten gearbeitet wird.

Am Samstag werden Regen und Schneefall in ganz Österreich seltener. Am Abend ziehen allerdings von Süden her die nächsten Regen- und Schneewolken auf. Am Sonntag am Vormittag regnet und schneit es im Westen und Süden Österreichs verbreitet, stark vor allem wieder in vielen Regionen von Oberkärnten über Osttirol bis zum Tiroler Alpenhauptkamm.

Nach dem derzeitigen Stand der Prognosen regnet und schneit es am Montag im Süden Österreichs wenig bis gar nicht. Am Dienstag muss man aber wieder verbreitet mit Regen und Schneefall rechnen, mit dem Schwerpunkt erneut im Gebiet von Oberkärnten über Osttirol bis zum Tiroler Alpenhauptkamm.




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