Letztes Update am Sa, 16.11.2019 11:41

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Schnee: Stromausfälle in Osttirol, Straßensperren in Kärnten



Die winterlichen Wetterkapriolen machen Kärnten und Osttirol derzeit sehr zu schaffen. Starkregen und Schneefall haben in der Nacht auf Samstag in den Kärntner Bezirken Spittal/Drau, Villach und Hermagor zu Hangrutschungen, Muren, Felseinstürzen und in der Folge zu Straßensperren geführt. Die starken Schneefälle sorgten in Osttirol gegen 23.30 Uhr für einen totalen Stromausfall.

Wegen Überspannungen wurden in den Umspannwerken Amlach, Stribach, Kalserbach, Kieburg und Matrei die Anlagen teilweise beschädigt, teilte die Tinetz mit. Samstagvormittag waren immer noch 5.400 Haushalte in Osttirol ohne Strom, betroffen sind die Bereiche Tauerntal, der innere Bereich des Defereggentals, das gesamte Villgratental, der Raum Asch bis Sillian und der Raum Sillian bis zur Landesgrenze Tiefenbach/Untertilliach.

Erst nach Beseitigung der beschädigten Anlagenteile und einer Überprüfung der verbliebenen 110-KV-Trafos konnte die Stromversorgung schrittweise in den Nachtstunden beginnend mit der Bezirkshauptstadt Lienz wieder hergestellt werden. Die Leitungs- und Netzabschnitte, die bereits in den Freitagabendstunden schwer beschädigt worden waren, mussten jedoch weiter abgeschaltet bleiben.

Primäres Ziel war es zunächst die beschädigte 110-KV-Leitung nach Sillian wieder herzustellen, um das Puster-, das Virgen- und das Gailtal wieder zu versorgen. Ein weiterer Schwerpunkt sei die Wiederversorgung des Defereggentals. Aufgrund des Störungsausmaßes und der Lawinensituation sei es jedoch fraglich, ob alle Versorgungsunterbrechungen bis Samstagabend behoben werden können, hieß es seitens der Tinetz.

Die Osttiroler Bevölkerung wurde seitens das Landes dazu aufgerufen worden, Aufenthalte im Freien zu vermeiden. Denn aufgrund des schweren Nassschnees herrsche Baumbruchgefahr, weshalb bei Aufenthalten im Wald bzw. im Freien Vorsicht geboten sei, teilte das Land mit. Auch zahlreiche Straßen waren am Samstagvormittag noch gesperrt. So waren etwa die Felbertauernstraße von Matrei bis Mittersill, die B100 zwischen Leisach und Arnbach-Grenze, die Gailtalstraße, die Virgentalstraße zwischen Virgen und Prägraten, die Defereggentalstraße ab Huben sowie die Villgratentalstraße zu. Für Osttirol galt am Samstag die Lawinenwarnstufe 4 der fünfteiligen Skala.

Auch in Kärnten macht das Wetter den Einsatzkräften zu schaffen. In der Gemeinde Mallnitz knickte der Masten einer 110-KV-Leitung ein, wodurch es zu einem Zählerkastenbrand bei einem Wohnhaus kam, teilte die Polizei mit. Der Brand konnte gelöscht werden, niemand wurde verletzt.

Hangrutschungen gab es in Innerteuchen, Gemeinde Arriach. Die Teuchener Landesstraße (L 46) wurde verlegt und musste für den gesamten Verkehr gesperrt werden. Auch die Obermillstätter Landesstraße (L 17) musste im Bereich Tangern, Gemeinde Millstatt, wegen einer Hangrutschung kurzfristig gesperrt werden. Im Bereich Stuben, Gemeinde Weißenstein, wurde die Glanzer Landesstraße (L 39) wegen einer Hangrutschung für den gesamten Verkehr gesperrt, da weitere Nachrutschungen nicht ausgeschlossen werden können. Und die Ferndorfer Landesstraße (L 37) musste ebenfalls wegen eines Hangrutsches gesperrt werden.

Zwischen Lieserhofen und Trebsing war die Katschberg Bundesstraße (B 99) wegen eines Felssturzes nicht befahrbar. Die Millstätter Bundesstraße (B 98) wurde im Bereich von Döbriach gesperrt, da mehrere Muren die Fahrbahn verlegten. Nach starken Regenfällen wurde in Presseggen, Gemeinde Hermagor, die Gailtal Bundesstraße (B 111) auf einer Länge von ca. 200 m verlegt. Sie konnte nach den Aufräumungsarbeiten wieder für den Verkehr freigegeben werden.

Die starken Schneefälle haben in Oberkärnten und Osttirol zudem für eingeschränkten Bahnverkehr gesorgt. Züge durch die ÖBB-Tauernschleuse zwischen Mallnitz und Böckstein sollten ab Samstagmittag „bis auf weiteres“ im Zwei-Stunden-Takt verkehren. Die bereits ausgerufene Streckensperre zwischen Lienz und Innichen blieb aufrecht. Grund für die Einschränkungen war die Stromversorgung sowie mehrere umgestürzte Bäume, die auch Oberleitungen und deren Masten beschädigt hatten, informierte die ÖBB am Samstag.

In Salzburg haben unterdessen die starken Regenfälle in der Nacht auf Samstag vor allem in den südlichen Landesteilen zu zahlreichen Einsätzen der Feuerwehr geführt. Insgesamt waren 17 Feuerwehren mit 400 Mann ausgerückt, um kleinräumige Vermurungen zu beseitigen oder Keller auszupumpen. Betroffen waren unter anderem die B311 zwischen Bruck und Taxenbach sowie das Raurisertal.

Die Feuerwehren mussten in den Bereichen Zell am See, Taxenbach und Bruck Verklausungen von Bächen und Muren beseitigen. Auch im Gasteinertal und Hüttschlag gab es Einsätze. In Schwarzach war eine Baustelle überflutet worden, Feuerwehr und Wasserrettung bargen Baumaschinen und einen Dieseltank.

In Oberösterreich verursachte der Föhnsturm Probleme: Ein Regionalzug, der von Garsten (Bezirk Steyr-Land) in Richtung Haltestelle Küpfern unterwegs gewesen war, musste um 21.30 Uhr wegen eines Baums, der auf die Oberleitung gestürzt war, eine Notbremsung machen. Der Zugbegleiter und die vier Fahrgäste blieben unverletzt, die Lok wurde stark beschädigt. Die Passagiere wurden nach dem Vorfall von der Feuerwehr zum nächstgelegenen Bahnhof gebracht.

In der Steiermark hat sich die wetterbedingte Situation unterdessen entspannt. Der Standort Stolzalpe des LKH Murtal (Bezirk Murau) ist seit Freitagabend wieder normal erreichbar. Die Straße (L546) wird am Montagvormittag jedoch nochmals für die restlichen Aufräumarbeiten gesperrt, teilte die Landeswarnzentrale im Lagebericht am Freitagabend mit. Die Stromversorgung war weitgehend wieder in Betrieb. In Murau gab es noch Leitungsschäden.




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