Letztes Update am So, 17.11.2019 12:09

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Ex-Militärchef gewinnt Präsidentschaftswahl in Sri Lanka



Sri Lankas ehemaliger Militärchef Gotabaya Rajapaksa ist als Sieger aus der Präsidentschaftswahl hervorgegangen. Er erhielt nach Auszählung aller Stimmen 52,25 Prozent, wie die Wahlkommission am Sonntag mitteilte. Rajapakse wird laut seinem Sprecher am Montag oder Dienstag vereidigt. Sajith Premadasa von der Regierungspartei UNP kam auf 41,99 Prozent. Er räumte seine Niederlage ein.

Beobachter hatten ein enges Rennen zwischen Premadasa und dem Oppositionskandidaten Rajapaksa erwartet, dessen umstrittener Bruder Mahinda das Land bis 2015 mit eiserner Hand regierte. Kritiker sahen in Rajapaksas Kandidatur den Versuch, den Ex-Präsidenten wieder an die Macht zu bringen. Premadasa gratulierte seinem Kontrahenten zum Wahlsieg. „Es ist mir eine Ehre, die Entscheidung des Volkes anzuerkennen“, erklärte er.

Für die Absicherung des Wahlgangs in dem südasiatischen Inselstaat waren rund 85.000 Polizisten mobilisiert worden. Zur Wahl aufgerufen waren fast 16 Millionen Wahlberechtigte. Überschattet wurde die Wahl am Samstag von gewalttätigen Zwischenfällen. Ein Bus-Konvoi mit Wählern der muslimischen Minderheit wurde nach Polizeiangaben beschossen und mit Steinen beworfen.

In der Tamilen-Hochburg Jaffna im Norden des Landes wurden zudem zehn Männer festgenommen, die nach Einschätzung der Polizei „Ärger machen wollten“. Im April war das Urlauberparadies Sri Lanka von Anschlägen islamischer Fundamentalisten erschüttert worden, bei denen 269 Menschen getötet wurden.




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