Letztes Update am Mo, 18.11.2019 15:58

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Linzer Schlossmuseum glänzt mit Pop Art aus der Albertina



Die Pop Art hält mit „Warhol bis Sherman. Amerikanische Kunst aus der Albertina“ Einzug in das Linzer Schlossmuseum. Die erste Kooperation der beiden Häuser präsentiert 100 Werke - die Hälfte davon war noch nicht in Wien zu sehen - von 15 Künstlern. Albertina-Direktor Klaus Albrecht Schröder kuratierte die Schau, die er schon lange in Wien machen wollte und in zwei Jahren auch dort zeigen wird.

„Es ist eine Premiere, viele Gemälde haben wir noch nicht einmal in der Albertina gezeigt“, sagte der gebürtige Linzer Schröder, dem es wichtig war, seiner Heimatstadt mit dieser Ausstellung etwas zurückzugeben, in einer Pressekonferenz am Montag in Linz. Das Haus habe große Zuwächse aus den Sammlungen Essl und Jablonka erhalten, aus denen etliche der gezeigten Werke, etwa jene von Sherrie Levine und etliche von Eric Fischl, stammen. Die Schau erfülle den Grundauftrag, dass die Schätze des Bundes auch in den Regionen sichtbar werden, betonte Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP), der wie Schröder den Direktoren der Landesmuseen, Bernhard Prokisch und Walter Putschögl, sowie der unterstützenden RLB OÖ dankte.

War die Kunst zuvor unabhängig von der Wirklichkeit geworden, „kehrte die Realität mit einem Paukenschlag zurück in den Bildern von Warhol, Rauschenberg und Lichtenstein“, erklärte Schröder: „Pop Art ist flach, vulgär und bedient sich alltäglicher Ikonografie.“ Gegenstände wurden nicht einmal mehr abgemalt sondern schlicht als Siebdruck reproduziert, wie die Suppendosen in Andy Warhols „Campbell‘s Soup“, für den Kurator neben jenen von Robert Rauschenberg und Eric Fischl eines der Schlüsselwerke der Ausstellung.

Tom Wesselmanns rauchender Frauenmund „Smoker“ empfängt die Besucher im Untergeschoß, gefolgt von Roy Lichtensteins „Wallpaper with blue floor interior“. Weiter geht es mit bekannten Werken der Pop Art wie Warhols Mao-Tse-Tung-Porträts bis hin zu Robert Longos „Men in the Cities“ und den Fotografien von Cindy Sherman, die jenen von Gregory Crewdson gegenübergestellt werden.

Mit „Kunst der Kunstlosigkeit“ umschrieb Schröder den ersten Teil der Ausstellung mit Werken von etwa Warhol, Robert Rauschenberg und Lichtenstein, während der zweite Teil mit Arbeiten von Fischl, Sherman und Longo die Pop Art und ihre Folgen zeige. Die Nahtstelle zwischen den älteren und jüngeren sei Alex Katz, von dem die meisten Werke zu sehen sind, darunter das über drei mal vier Meter große „Carver‘s Corner“.

Die Großformate beeindrucken in dieser absolut sehenswerten Ausstellung besonders, entfalten ihre Sogwirkung in dem ganz neu gestalteten Untergeschoß. Walter Kirpicsenko gelang eine vielseitige Architektur, die Betonitwände wurden so platziert, dass ein Rundgang vorgezeichnet scheint, aber immer auch neue Blicke frei werden auf die Werke.




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