Letztes Update am Mi, 20.11.2019 11:04

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


ÖSV-Adler springen in neue Saison: „Es ist viel möglich“



Schanze frei für die Weltcup-Saison 2019/2020. Zum dritten Mal in Folge ist Wisla in Polen Schauplatz des Auftakts der Skispringer. Nicht weniger als 30 Einzel- und sechs Team-Bewerbe samt Vierschanzen-Tournee stehen bis zum Finale in Planica auf dem Programm. Von 19. bis 22. März steigt dort die Skiflug-WM.

Vorsichtig optimistisch reiste das ÖSV-Team nach Polen. Cheftrainer Andreas Felder hütete sich aber vor dem Auftakt, der mit einem Team- (Samstag, 16.00 Uhr) und Einzelbewerb (Sonntag, 11.30 Uhr/jeweils ORF1) über die Bühne geht, öffentlich Ergebnis-Ziele zu setzen. „Wir können einen auf dem Stockerl haben. Wir können aber auch keinen einzigen unter den Top zehn haben. Für mich ist wichtig, dass die Leute ihre Vorstellungen umsetzen. Dann werden auch die Ergebnisse nicht schlecht sein“, sagte Felder zur APA - Austria Presse Agentur.

Für ihn ist die Saison-Premiere, die im Vorjahr die Hausherren aus Polen und im Einzel der Russe Jewgenij Klimow gewannen, noch nicht standortbestimmend. Aber natürlich wünscht sich der Tiroler einen guten Start. Ein solcher gelang im Vorjahr im Individualbewerb nicht, als Daniel Huber als bester Österreicher nur 18. wurde.

Huber schob nach etwas über 30 Eisspur-Sprüngen in der Vorbereitung Stefan Kraft und Gregor Schlierenzauer in teaminterne Führungsrollen. „Krafti und Gregor würde ich ein bisschen hervorheben“, sagte er, „aber es ist nicht eindeutig. Ich finde, wir sind als Team zusammengerückt - aber in eine gute Richtung. Es ist viel möglich.“

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Zuletzt suchten einige noch die Selbstverständlichkeit. So testete Stefan Kraft erfolglos eine neue Bindung und setzt nach einer eingeschobenen, „kleinen Test-Weltreise“ - Garmisch-Innsbruck-Hinzenbach - doch auf Altbewährtes. Der Gesamt-Zweite des Vorjahres hat nun zumindest Klarheit. „Aber optimal ist es nicht.“

Körperlich will Kraft „tipptop“ drauf sein, um es etwa mit Titelträger Ryoyu Kobayashi (im Vorjahr 13 Siege) aufzunehmen. Der Japaner springt zusätzlich gegen die Statistik an. Seit Janne Ahonen vor 14 Jahren hat es niemand geschafft, den Weltcup-Gesamtsieg im darauffolgenden Winter zu wiederholen.

Kraft fühlt sich am Startort wohl. „Ich halte in Wisla den Schanzenrekord (139 m, Anm.) und habe 2015 gewonnen. Ich kann hier also schon sehr weit springen. Und im Team lief es für uns eigentlich immer gut.“ Im Vorjahr wurde das ÖSV-Quartett in Besetzung Michael Hayböck/Clemens Aigner/Daniel Huber/Kraft Dritter hinter Polen und Deutschland und 2017 gleichauf mit Polen Zweiter hinter Norwegen.

Das Aufgebot für das Teamspringen wird Felder erst nach der Qualifikation am Freitag bekanntgeben. Schlierenzauer könnte Teil davon sein. Auf der Malysz-Schanze hat sich der 29-jährige Tiroler zuletzt aber schwergetan. „Man weiß nicht, wo man steht. Aber ich habe das schon ein paar Mal erlebt und bin daher recht gelassen. Let‘s see.“

Hayböck kämpft in Polen gegen die Geister der Vergangenheit. „In den letzten Jahren hat es mich beim ersten Wettkampf immer ausgespuckt. Fahre ich mit Punkten weg, dann passt es.“ Wichtiger ist dem Routinier, der es im Vorjahr nur einmal in die Top Ten schaffte, allerdings die Umsetzung. „Wenn ich 25. werde und in alte Muster zurückfalle, dann passt es sicher nicht.“

Auch für Huber, Aschenwald und Hörl heißt es laut Felder in dieser Saison „konstanter vorne rein“ zu springen. Die gemeinsame Hoffnung auf einen besseren Start gilt für Aschenwald besonders. „Ich bin letztes Jahr blöderweise mit einem Sturz in die Quali gestartet, das hat sich dann auf die Form ausgewirkt. Es hat gedauert, bis ich richtig in Schwung gekommen bin.“




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