Letztes Update am Mi, 20.11.2019 11:29

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Unwetter: „Ungewöhnlich große Regenmengen“ laut ZAMG



Die vergangenen Tage haben in Österreich teilweise ein Vielfaches der durchschnittlichen Regenmengen gebracht. „Im Bereich von Mallnitz, Obervellach (beide im Bezirk Spittal an der Drau, Anm.) und Bad Gastein (Salzburg) sprechen wir von über 50-jährigen Ereignissen“, erklärte Klimatologe Alexander Orlik von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) am Mittwoch gegenüber der APA.

„Ungewöhnlich große Regenmengen“ seien vor allem am 15., 16. und 17. November verzeichnet worden. In Kötschach-Mauthen seien etwa zwischen 11. und 19. November 381 Liter pro Quadratmeter verzeichnet worden, im bisherigen November betrage die dort verzeichnete Regenmenge bisher mehr als das Doppelte des Durchschnittswerts des gesamten Monats. Während der Klimatologe den Starkregen in Kötschach-Mauthen als „zehn- bis 15-jähriges Ereignis“ charakterisierte, sei die Situation in den Spitzentagen im Bereich der Hohen Tauern noch deutlich dramatischer gewesen.

In den kommenden Tagen bleibe das Wetter unbeständig und überdurchschnittlich warm. Große Regenmengen sind nicht zu erwarten. In Kärnten und Osttirol dürfte es laut Orlik allerdings heute weitere, jedoch nur leichte Niederschläge geben. Was dies für die durchfeuchteten und von Rutschungen betroffenen oder bedrohten Lagen bedeutet, hänge von der jeweiligen geologischen Situation ab.

In Kärnten beruhigte sich die Situation nach den schweren Unwettern nur teilweise. Während die Gefahr in den Hochwassergebieten im Bezirk St. Veit vorüber war und die mobilen Dämme abgebaut wurden, blieb die Lage in Teilen der Bezirke Spittal an der Drau und Villach-Land angespannt. Oberhalb von Feld am See drohte ein Felsbrocken abzurutschen, eine Sprengung wird überlegt.

Der Zivilschutzalarm in Flattach und Berg im Drautal werde wohl weiter aufrecht bleiben, sagte Klaus Brandner, Bezirkshauptmann von Spittal/Drau. Am Südportal der Tauernschleuse sollen nun Lawinen weggesprengt werden. In Flattach blieben weiter mehrere Gehöfte evakuiert. Unter anderem arbeite man auch daran, die Straße in die Ortschaft Berg bei Malta wieder befahrbar zu machen.




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