Letztes Update am Mi, 20.11.2019 15:11

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Struber unterschreibt bei Barnsley bis Sommer 2022



Gerhard Struber hat seinen Wechsel in die League Championship zum Barnsley FC finalisiert. Wie der abstiegsbedrohte englische Fußball-Zweitligist am Mittwoch vermeldete, unterschrieb der Salzburger einen Vertrag bis Sommer 2022 samt Option auf eine weitere Saison. Struber trainierte seit Juni den Wolfsberger AC, mit dem er in der Europa League für Aufsehen gesorgt hat.

Der Abgang des 42-Jährigen aus dem Lavanttal stand seit Montag praktisch fest. Der WAC befindet sich aktuell auf der Suche nach einem Nachfolger. Die Kärntner gaben bekannt, dass neben Mohamed Sahli auch Co-Trainer Hannes Jochum und Tormanntrainer Christian Gratzei das Training leiten werden. Co-Trainer und Videoanalyst Maximilian Senft wird Gerhard Struber hingegen nach Barnsley folgen. In der Europa League sind die Wolfsberger in der kommenden Woche in Graz gegen Borussia Mönchengladbach im Einsatz.

„Ich bin extrem glücklich und stolz, dass alles so gut gelaufen ist. Ich danke dem Vorstand, mir diese Möglichkeit zu geben. Ich bin bereit für die Herausforderung, alles zu tun, damit der Club in der Championship bleibt“, sagte Struber in einer Club-Mitteilung. „Nun ist die Zeit, dass alle an einem Strang ziehen. Wenn wir das tun, können wir den Club in der Liga halten“, betonte der Ex-WAC-Coach. Sein erstes Spiel als Barnsley-Coach wird am Samstag das Auswärtsspiel bei den Blackburn Rovers sein.

Der Barnsley FC, bei dem mit Tormann Samuel Sahin-Radlinger und Stürmer Patrick Schmidt zwei Österreicher unter Vertrag stehen, soll laut Medienberichten eine Million Euro Ablöse für Struber bezahlen. Der Verein aus South Yorkshire - Barnsley liegt zwischen Leeds und Sheffield - liegt in der Meisterschaft derzeit mit nur neun Punkten aus 16 Spielen am 24. und letzten Platz. In den vergangenen Wochen wurde die Mannschaft von Interimscoach Adam Murray betreut, nachdem der Deutsche Daniel Stendel Anfang Oktober gehen musste.

Wie Geschäftsführer Dane Murphy erklärte, wurde das „Trainertalent“ Struber schon seit längerem beobachtet. „Der Club hat ihn in der Vergangenheit aufgrund seines taktischen Ansatzes und seinen Erfolgen bei der Entwicklung aufstrebender Talente verfolgt, was einer Kernphilosophie des Barnsley FC entspricht“, sagte Murphy. Struber habe deutlich gemacht, dass er an das Projekt glaubt und den Club in der Liga halten kann. Das sei Saisonziel Nummer eins.

Struber, dessen Vertrag beim WAC noch mindestens bis Saisonende gelaufen wäre, hatte erst im Sommer die Nachfolge von Christian Ilzer angetreten. Auch Ilzer verließ den WAC aus eigenen Stücken Richtung Wiener Austria. Unter Struber, der einige Jahre im Nachwuchs von Red Bull Salzburg gearbeitet hatte, legten die „Wölfe“ in der Europa League mit einem 4:0 gegen Mönchengladbach einen Start nach Maß hin. In der heimischen Meisterschaft sind die Kärntner auf dem dritten Tabellenplatz zu finden.

Im WAC-Lager reagierte man gelassen auf den Abgang des Coaches. „Es ist so, dass wir alle zusammen etwas Schönes erreicht haben. Der Trainer hat davon profitiert“, meinte Michael Liendl am Dienstag im ORF.

„Wir haben ein funktionierendes Team und starke Charaktere in der Mannschaft, die mit dieser Situation professionell umgehen werden. Ich bin überzeugt, dass der eingeschlagene Weg fortgesetzt wird und wir weiterhin erfolgreichen Fußball bieten werden“, sagte WAC-Präsident Dietmar Riegler in einem Statement. Er bekräftigte erneut, dass es „keinen Schnellschuss“ bei der Suche nach einem neuen Chefcoach gebe.

Interimscoach Sahli meinte: „Wir sind ein funktionierendes Team und jeder von uns weiß, was er zu tun hat. Natürlich ist es eine Herausforderung, aber wir haben in dieser Saison schon bewiesen, dass wir auch große Herausforderungen erfolgreich bewältigen können.“

In der Bundesliga ist es der zweite Trainerwechsel in der laufenden Saison. Die Admira trennte sich nach einem missglückten Saisonstart am 2. September von Reiner Geyer und ersetzte den Deutschen durch Klaus Schmidt.




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