Letztes Update am Do, 21.11.2019 14:04

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Prozess nach tödlicher Messerattacke in Innsbruck



Nach einer tödlichen Messerattacke in Innsbruck Ende November des vergangenen Jahres, bei der ein 21-jähriger Vorarlberger getötet worden war, hat sich am Donnerstag ein 25-jähriger Afghane vor dem Landesgericht Innsbruck verantworten müssen. Der Mann soll die Tat in einem aufgrund von Schizophrenie zurechnungsunfähigen Zustand begangen haben.

Die Staatsanwaltschaft beantragte die Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher. Der 25-Jährige sei „an Schizophrenie erkrankt und deshalb schuldunfähig“, sagte die Staatsanwältin in ihrem Eröffnungsplädoyer. Er sei aber sehr gefährlich.

Der junge Vorarlberger war mit einer Gruppe von Freunden mit dem Zug nach Innsbruck gefahren, um hier auszugehen, schilderte die Staatsanwältin die Tatumstände. Gegen 1.15 Uhr verließ die Gruppe ein Lokal in der sogenannten Bogenmeile, wobei das spätere Opfer als Letzter der Gruppe ging, als ihm plötzlich von hinten mit einem spitzen Werkzeug, wahrscheinlich einem Messer, in den Hals gestochen wurde.

Die Freunde des Vorarlbergers hatten weder den Angriff mitbekommen, noch den flüchtenden Täter gesehen, so die Anklägerin. Durch eine Videoaufzeichnung sei man dem Täter aber auf die Spur gekommen. Ein Polizist habe den 25-Jährigen am Video identifizieren können. Die letzten Worte des Getöteten zu einem seiner Freunde seien „ein kleiner Afghane“ gewesen, sagte die Staatsanwältin. Der Vorarlberger starb wenig später in der Innsbrucker Klinik.

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Es gebe weder ein Motiv noch wurde die Tatwaffe gefunden, und auch die Videoaufzeichnung sei kein Tatbeweis, hielt der Verteidiger entgegen. Sein Mandant lebe in einer anderen Welt. „Er ist sich sicher, nichts Böses getan zu haben“, sagte der Rechtsanwalt. Die Aussagen des 25-Jährigen seien widersprüchlich. „Er merkt aber selbst überhaupt nicht, dass das alles widersprüchlich ist“, fügte der Verteidiger hinzu. Der Betroffene selbst wollte vor Gericht keine Aussagen machen.

Die als Zeugen geladenen Freunde des Getöteten konnten vor Gericht keine genauen Angaben zum Täter machen. Einer der Freunde berichtete, dass das spätere Opfer in einem Lokal mit einem Fremden kurz weggegangen sei. „Mehr weiß ich aber nicht. Ich dachte, dass er etwas kaufen will, vielleicht Marihuana“, meinte er. Ein weiterer Zeuge, der ehemalige Zimmerkollege in der Flüchtlingsunterkunft des Afghanen, sagte indes, dass der 25-Jährige in der Tatnacht nicht im Zimmer war. „Er ist erst gekommen, kurz bevor auch die Polizei gekommen ist“, so der Zeuge.




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