Letztes Update am Do, 21.11.2019 17:06

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Unwetter-Gefahr in Salzburg noch nicht gebannt



Wie gefährlich die Situation nach den Regenfällen vom Wochenende in manchen Teilen Salzburg immer noch ist, hat sich am Mittwochnachmittag in Thumersbach, einem Ortsteil von Zell am See im Pinzgau, gezeigt. Nach einem Murenabgang wurden sechs Gebäude aus Sicherheitsgründen evakuiert. Weil weitere Rutschungen drohen, sollen sich die übrigen Bewohner bis auf weiters nicht im Freien aufhalten.

Nach Möglichkeit sollten die Menschen auch höher gelegene Stockwerke aufsuchen, empfahl der Pinzgauer Bezirkshauptmann Bernhard Gratz. Auch die Schulen und der Kindergarten in Thumersbach bleiben am Donnerstag geschlossen. Die Mure von Mittwoch hat weder Personen verletzt noch Gebäude getroffen.

Bis zum Abend sollte auch die wichtige Salzburger Ost-West-Verbindung, die B311 zwischen Schwarzach und Lend, wieder befahrbar sein. Weitere gesperrte Verbindungen sollen nach Plan am Freitag freigegeben werden. Unklar ist jedoch, wie lange die Gasteiner Straße (B167) zwischen Bad Gastein und Bad Hofgastein nicht befahrbar sein wird. Im Hang über der Straße drohen weiter große Mengen an Erdreich und Geröll abzurutschen.

In Oberkärnten gab es indes am Donnerstag einige Fortschritte bei den Aufräumarbeiten auf den Straßen. So war zum Beispiel die Bundesstraße nach Mallnitz (Bezirk Spittal an der Drau) wieder befahrbar. In Feld am See (Bezirk Villach-Land) konnten die Einsatzkräfte allerdings noch nicht damit beginnen, einen losen Felsblock zu sichern - die Sicht war für einen Hubschraubereinsatz zu schlecht.

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Seit vergangenen Sonntag war Mallnitz von der Außenwelt abgeschnitten, eine Mure hatte die Bundesstraße verlegt. „Nun ist es gelungen, die B105 so zu verbreitern, dass es möglich ist, an der Schadstelle vorbeizukommen“, teilte Straßenbaureferent Martin Gruber (ÖVP) mit. Allerdings gilt die Verkehrsfreigabe nur so lange die Sicherheit gewährleistet ist. Entwarnung könne man nämlich noch nicht geben: „Da die Böden und Hänge völlig durchnässt sind, treten derzeit immer wieder neue Rutschungen und Erdströme im Bereich der Oberkärntner Landesstraßen auf“, so Gruber.

Die Sperren der Mölltal Straße (B106) sowie der Fraganter Straße (L20a) wurden am Donnerstag aufgehoben. An den gefährlichen Stellen gilt aber eine Geschwindigkeitsbeschränkung von 30 km/h und eine Steinschlagwarnung, die Straßen sind nur so lange befahrbar, so lange es nicht regnet oder schneit.

Das Bundesheer stand am Donnerstag an drei „Hotspots“ im Einsatz: In Stockenboi, wo Teile einer Straße weggerissen wurden, und in Stall im Mölltal, wo ein Hang abzurutschen droht. Wie Bundesheer-Sprecher Christoph Hofmeister auf APA-Anfrage sagte, werde man am Freitag den Hang sichern, etwa mit Panzerigeln oder mit speziellen Sandsäcken, die mit Schotter gefüllt sind. Auch in Feld am See stand das Bundesheer im Einsatz - für diese Gemeinde konnte noch keine Entwarnung gegeben werden. Hier wird eine Siedlung durch Steinschlag bedroht, 15 Häuser bleiben nach wie vor evakuiert.

Die Brenner Straße (B 182) in Tirol ist mittlerweile wieder befahrbar, wenn auch vorerst nur einspurig, teilte das Land Tirol mit. In zehn Tagen sollen wieder beide Spuren geöffnet werden, hieß es. Die Bundesstraße wurde wegen einem rund 200 Quadratmeter großen Hangrutsch am vergangenen Sonntag gesperrt. Das lockere Erdmaterial wurde aus dem Hang entfernt und nun vernetzt, um ihn stabil zu halten.




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