Letztes Update am So, 24.11.2019 11:58

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Steiermark wählt neuen Landtag



Die steirische Landtagswahl hat begonnen, um 6.30 Uhr öffneten die ersten Wahllokale. Beim vorverlegten Urnengang sind 955.795 Steirerinnen und Steirer stimmberechtigt. Zur Wahl stehen die Landtagsparteien SPÖ, ÖVP, FPÖ, Grüne und KPÖ sowie NEOS. Der Wahlkampf verlief unaufgeregt. Bereits 39.720 bzw. 4,16 Prozent der Wahlberechtigten haben den vorgezogenen Wahltag genutzt.

Landeshauptmann Hermann Schützenschützer (ÖVP) erschien um 9.30 Uhr im Ausbildungszentrum in seinem Heimatbezirk Graz-Andritz, um seine Stimme abzugeben. „Zwei Stimmen jedenfalls für die ÖVP“, sagte Schützenhöfer, in Begleitung seiner Ehefrau Marianne, offenbar in bester Sonntagslaune. Er und die ÖVP wollen weiter den LH stellen.

Nach der Stimmabgabe sagte Schützenhöfer zu den Wahlaussichten: „Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Wir haben zwar Rückenwind vom Bund, und überall habe ich viele Leute getroffen, aber ich bin ohnehin ständig im Land unterwegs.“ Er suche die Zusammenarbeit, sagte Schützenhöfer auf andere Parteien angesprochen, denn für ihn heiße führen auch zusammenführen. Seine Hand bleibe ausgestreckte, meinte er in Richtung SPÖ. Auf mögliche Koalitionsvarianten wollte er sich nicht einlassen, nur so viel: „Der Erste redet als erstes mit dem Zweiten.“

Der steirische LHStv. Michael Schickhofer gab seine Stimme in Begleitung seiner Frau Ulrike in Baierdorf im oststeirischen Anger ab. Der SPÖ-Chef zeigte sich locker: „Es geht mir richtig gut, nach dem letzten Schichtbier gestern habe ich einmal richtig durchschlafen können und überraschenderweise ist der Gregor (sein Sohn, Anm.) auch später gekommen, also ich gehe ausgeschlafen in den Tag.“

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Insgesamt sei er positiv gestimmt: „Über acht Wochen habe ich eine Sozialdemokratie erlebt, die so motiviert und leidenschaftlich unterwegs war. Wir haben viel von den über 100.000 Hausbesuchen mitgenommen und jetzt sind die Steirerinnen und Steirer am Zug.“ Beim Einwerfen seines Stimmzettels in die Wahlurne unterstrich er vor Medien - die nach Erlaubnis des Wahlleiters mit ins Wahllokal durften: „Ich verrat‘s euch: Ich habe Zukunft gewählt.“

KPÖ-Spitzenkandidatin Claudia Klimt-Weithaler zeigte sich nervös und hoffnungsvoll zugleich. „Nervös sind wir sehr. Die Stimmung in den letzten Tagen war sehr gut. Jetzt müssen wir aber schauen, ob es sich ausgeht. Ich hoffe es sehr“, so Klimt-Weithaler, die von ihrer Tochter begleitet wurde.

Am Freitagabend vor der Wahl war klar: Es zeichnet sich ein Briefwahlrekord ab. Laut Landeswahlbehörde wurden 102.846 Wahlkarten ausgegeben. Das sind 10,76 Prozent der Wahlberechtigten.

Sie alle können sich zwischen den sechs Spitzenkandidaten der Parteien entscheiden: LH Hermann Schützenhöfer (ÖVP), LHStv. Michael Schickhofer (SPÖ), FPÖ-Klubchef Mario Kunasek, Grünen-Sprecherin Sandra Krautwaschl, KPÖ-Klubobfrau Claudia Klimt-Weithaler und der Grazer NEOS-Gemeinderat Niko Swatek. Vor allem die Pinken und die Kommunisten müssen um das Grundmandat in Graz rittern und zittern, das ihnen den Einzug bzw. den Verbleib in der Landstube sichert.

Bei der Landtagswahl am 31. Mai 2015 hatte die SPÖ 29,29 Prozent (minus 8,97 Prozentpunkte) erreicht, die ÖVP 28,45 Prozent (minus 8,74). Die Freiheitlichen kamen auf 26,76 Prozent (plus 16,10), die Grünen auf 6,68 Prozent (plus 1,13), die KPÖ auf 4,22 Prozent (minus 0,19). NEOS verpassten mit 2,64 Prozent den Einzug in den Landtag. Die SPÖ hält 15 Mandate im 48-köpfigen Landtag, die ÖVP und FPÖ jeweils 14 Mandate, die Grünen drei und die KPÖ zwei Sitze.




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