Letztes Update am Mo, 25.11.2019 16:51

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Stmk: Briefwahlauszählung läuft - Ein Mandat verschoben



Die Auszählung der Briefwahlstimmen in der Steiermark läuft auf Hochtouren. Am Nachmittag waren bereits die meisten Bezirke fertig. Aber Graz und Graz-Umgebung fehlten noch. Die bis dahin ausgezählten rund 60.000 Briefwahlstimmen haben vorerst einmal ein Mandat verschoben, von der KPÖ zu den Grünen.

In Graz - das Ergebnis lag vorerst noch nicht vor - bleibt laut ÖVP-Bürgermeister Siegfried Nagl die ÖVP vorne. Dort hatten die Hochrechner eigentlich damit gerechnet, dass die Grünen erstmals bei einer Landtagswahl Platz 1 holen würden - trennten sie im vorläufigen Ergebnis vom Wahlsonntag doch nur noch 449 Stimmen von der ÖVP. Laut Stadträtin Judith Schwentner am Montagnachmittag trennen die Grünen in Graz nur 148 Stimmen von der ÖVP.

An den Koalitionsoptionen für Wahlsieger Hermann Schützenhöfer (ÖVP) werden diese Verschiebungen nichts ändern. Denn eine schwarz-grüne Mehrheit ergibt sich auch mit dem sechsten Grün-Mandat nicht - zusammen mit der ÖVP wären das nur 24 der 48 Landtagssitze. Und die Basis für ÖVP-Grün-NEOS wäre mit 26 wohl auch zu schmal - dafür, dass eine Dreier-Koalition ohnehin eine schwierige Sache ist.

Wie im Bund auch, gibt es keine realistische Koalitionsvariante gegen die ÖVP: Rot-Blau hätte nur 19 oder 20 Mandatare, Rot-Grün-KPÖ ebenfalls nur 20. Und selbst die - praktisch ausgeschlossene - Rot-Blau-Grün-Variante hätte nur im besseren Fall (wenn die SPÖ das zwölfte Mandat holt) 25 Landtagsabgeordnete.

Bei der Mandatsverteilung stand es zunächst einmal: ÖVP 18 (+4), SPÖ 11 (-4), FPÖ 9 (-5), Grüne 6 (+3), KPÖ 2 (unverändert), NEOS 2 (0). Die Hochrechner von ARGE Wahlen und SORA waren allerdings sicher, dass die FPÖ ein Mandat zugunsten der Grünen einbüßen würde. Sie gingen von an die 90.000 Briefwahlstimmen aus - und die noch fehlenden aus Graz und Graz-Umgebung (wo auch die meisten Wahlkarten angefordert worden waren) können durchaus noch etwas ändern.

Für diese Landtagswahl wurde die Rekordzahl von 102.846 Wahlkarten ausgestellt. Ein kleiner Teil davon wurde bereits am Sonntag im „eigenen“ Wahlbezirk abgegeben - und ist somit in der Urnenwahl enthalten. Aber der größte Teil wird im Weg der Briefwahl (am Postweg oder durch Abgabe bei der Bezirkswahlbehörde) bzw. der Wahlkartenwahl in „fremden“ Wahlkreisen verwendet. Wie sich diese Wähler entschieden haben, sollte Montag am Abend - vermutlich rund um 19.00 Uhr - feststehen.




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