Letztes Update am Mi, 27.11.2019 12:55

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


LASK könnte in Trondheim schon EL-Aufstieg feiern



Fußball-Vizemeister LASK geht mit einem guten Gefühl in die letzten zwei Spiele der Europa-League-Gruppenphase. Mit ein bisschen Glück könnten die Linzer schon am Donnerstag in Trondheim gegen Rosenborg (Anpfiff 21.00 Uhr/live Puls4) über den Aufstieg ins Sechzehntelfinale jubeln. Der WAC empfängt in Graz Borussia Mönchengladbach (18.55 Uhr).

Die Chancen des LASK, gleich in der Debütsaison in der Europa League überwintern zu dürfen, stehen nicht schlecht. „Wenn wir das schaffen, wäre das ein Meilenstein“, meinte Vizepräsident Jürgen Werner. Ein Sieg im hohen Norden und eine Niederlage von Konkurrent PSV Eindhoven bei Sporting Lissabon - tritt beides ein, wäre das Weiterkommen der Athletiker schon vor dem letzten Spieltag in der Gruppe D Gewissheit.

Andernfalls fällt die Entscheidung am 12. Dezember in einem Finale gegen Sporting. Der LASK dürfte dann das Heimspiel gegen die Portugiesen zumindest nicht verlieren. Wenn die Oberösterreicher in Norwegen nicht gewinnen, bräuchte es sogar die drei Punkte. Das Zittern zum Schluss würde man sich freilich gerne ersparen. „Wir haben uns eine super Ausgangslage geschaffen durch den Sieg gegen Eindhoven, und es ist klar, dass wir uns jetzt durch eine Topleistung belohnen wollen“, stellte Trainer Valerien Ismael vor dem Abflug klar.

Statistisch betrachtet ist der LASK derzeit die formstärkste Mannschaft im österreichischen Fußball. Von den letzten sechs Pflichtspielen hat man alle gewonnen, Torverhältnis: 13:2. Dazu kommt die fast schon unheimliche Auswärtsstärke, die auch bei Temperaturen unter dem Nullpunkt in Norwegen zum Vorschein kommen soll.

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„Es wird kein einfaches Spiel bei wahrscheinlich schwierigen Bedingungen. Die Kälte darf man nicht unterschätzen“, warnte LASK-Profi Peter Michorl mit Blick auf die Wetterprognose, die Minusgrade und leichten Schneefall für Donnerstagabend vorhersagt. „Es wird spielerisch kein Leckerbissen werden“, lautete deshalb die Einschätzung seines Mittelfeldkollegen Reinhold Ranftl.

In der Bundesliga haben die Schwarz-Weißen sämtliche acht Auswärtspartien für sich entschieden, dazu auch im Hinspiel gegen Eindhoven (0:0) gepunktet. Nur gegen Sporting und in der Champions-League-Quali gegen Brügge setze es jeweils eine 1:2-Auswärtsniederlage. „Acht Spiele auswärts gewonnen, das gibt uns Auftrieb für Trondheim“, bekräftigte Torhüter Alexander Schlager.

Der Rosenborg Ballklub sollte da eigentlich nicht zum Stolperstein werden, zumal der 26-fache Champion eine Schwächephase durchlebt wie seit zehn Jahren nicht mehr. In der heimischen Meisterschaft, die nur noch eine Runde läuft, droht Platz vier. Schlechter wäre man seit 2008 nicht mehr gewesen, als es am Ende gar nur der fünfte Platz war. In den jüngsten zehn Pflichtspielen hat das Team von Trainer Eirik Horneland nur zwei Mal gewonnen und im Schnitt zwei Tore pro Match kassiert.

Beim Wiedersehen mit Marco Rose und Alexander Zickler fasst indes WAC-Trainer Mohamed Sahli eine neuerliche Überraschung ins Auge. Vor vier Jahren noch gemeinsam im Nachwuchs von Red Bull Salzburg am Werken, begegnen sich die Trainerkollegen in der Europa League als Gegner. Der WAC empfängt in Graz Borussia Mönchengladbach.

Um den Traum vom Aufstieg in die K.o.-Phase am Leben zu halten, müssen die Lavanttaler gegen den Tabellenführer der deutschen Bundesliga auch im Heimspiel anschreiben. Das Hinspiel gewannen die Wolfsberger sensationell 4:0. Seit dem fulminanten Start in die Gruppenphase holte der WAC in den folgenden drei Runden nur einen Zähler. Hinter Spitzenreiter Istanbul Basaksehir (7 Punkte) liegt der Europa-League-Debütant (4) derzeit hinter Gladbach und der AS Roma (je 5) auf dem vierten Rang. Zum Gruppen-Abschluss wartet auf Wolfsberg am 12. Dezember das Auswärtsspiel in Rom. Bei einer Niederlage am Donnerstag ist der Aufstieg für den WAC da schon außer Reichweite.

Für Sahli waren Rechenspiele vorerst obsolet. „Unsere Mannschaft hat eine Siegermentalität. Wir hauen alles rein, am Ende werden wir sehen, ob es reicht“, sagte der Interimscoach vor seinem Cheftrainer-Debüt auf internationaler Ebene. Besonderes Kribbeln verspüre er nicht, meinte der vormalige Assistent des nach England abgewanderten Gerhard Struber. „Ich war ja auch bisher immer dabei. Wir haben ein Projekt gestartet und werden das weiterführen.“ Eine laut Kapitän Michael Sollbauer richtige „Sternstunde“, die auch Struber den Weg zu Barnsley geebnet haben soll, war der Erfolg im Borussia-Park vor zwei Monaten.

„Den Überraschungseffekt vom ersten Spiel haben wir verbraucht. Gladbach wird anders kommen, besser vorbereitet. Sie werden uns kein zweites Mal unterschätzen“, erklärte Sahli. Im gleichen Atemzug merkte der voraussichtlich bis zur Winterpause als Chefcoach werkende 41-Jährige an: „Für uns spielt das aber keine Rolle, wir haben schon einmal bewiesen, dass wir sie schlagen können.“ Auch Sollbauer betonte: „Jeder von uns weiß, dass alles möglich ist, und daher wird jeder einzelne von uns alles geben.“

Trat der WAC in den bisherigen vier Gruppenspielen immer mit derselben Startelf an, wird sich diese am Donnerstag notgedrungen verändern. Nemanja Rnic steht aufgrund einer Sperre nicht zur Verfügung, in der Innenverteidigung bietet sich Manfred Gollner als Ersatzmann für den Serben an. Auch beim Gegner fehlen mit Abwehrchef Matthias Ginter und Nico Elvedi zwei verletzte Innenverteidiger, Mittelfeldmann Christoph Kramer ist gesperrt.




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