Letztes Update am Mi, 27.11.2019 15:49

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Klinsmann als neuer Hertha-Trainer zurück in der Bundesliga



Jürgen Klinsmann ist als Trainer zurück in der deutschen Fußball-Bundesliga. Mehr als zehn Jahre nach seiner Entlassung bei Bayern München ist der 55-Jährige Trainer bei Hertha BSC. Klinsmann löste am Mittwoch den erfolglosen Ante Covic ab. Bei den Berlinern erhielt der ehemalige Bundestrainer einen Vertrag bis Saisonende.

Drei Tage nach der blamablen 0:4 beim FC Augsburg beendete Hertha-Manager Michael Preetz das gescheiterte Experiment mit dem Bundesliga-Neuling Covic auf der Trainerbank und sorgte mit der Inthronisierung von Klinsmann für einen Aha-Effekt. „Letztlich waren wir mit Blick auf die Entwicklung und die letzten Resultate der Meinung, dass Handlungsbedarf bestand“, sagte Preetz. Covic durfte nur fünf Monate bei seinem Ex-Club als Trainer werken. Vier verlorene Liga-Spiele in Folge brachten ihn am Ende um den Posten.

Mit Klinsmann bekommt das komplette Hertha-System eine neue Ausrichtung. Mit Alexander Nouri und Markus Feldhoff als Assistenten, dem vom DFB ausgeliehenen Andreas Köpke als Torhüter-Trainer sowie Arne Friedrich als Team-Manager zauberte Klinsmann überraschende Personalien aus dem Hut. „Ich habe einen Stab mitgebracht, der auf Abruf war. Das ist ein Team an Leuten, das vorbereitet und voller Tatendrang ist“, sagte Klinsmann bei seiner Präsentation.

Seine erste Aufgabe wird das Heimspiel gegen Borussia Dortmund am Samstag sein. „Das wird nicht einfach, es ist ja gleich ein Brocken im Olympiastadion. Das Allerwichtigste ist, so schnell wie möglich nach oben zu klettern. Wenn man hoffentlich mal im gesicherten Mittelfeld ist, geht es wieder darum, nach oben zu blicken“, betonte Klinsmann.

Klinsmanns zuvor letztes Engagement als Trainer war von 2011 bis 2016 der Posten als Nationaltrainer seiner Wahlheimat USA. Dieses Engagement endete nach Niederlagen in der WM-Qualifikation gegen Mexiko und Costa Rica vor fast exakt drei Jahren mit einer vorzeitigen Trennung. Mit Klinsmann musste auch dessen damaliger Assistent Andreas Herzog gehen. Auch als Cheftrainer des FC Bayern 2008/09 war Klinsmann schon vor Ablauf der Saison gescheitert.

Bei der Hertha wurde der ehemalige Torjäger Anfang November vom neuen Investor Lars Windhorst in den Aufsichtsrat berufen. Er soll mithelfen, den Hauptstadt-Club zu einem „Big City Club“ zu formen, wie Windhorst schon im Sommer erklärt hatte. Davon ist die Hertha derzeit weit entfernt. Aktuell sind die Berliner mit elf Punkten aus zwölf Spielen nur einen Rang über den Abstiegsplätzen klassiert. Klinsmann soll nun verhindern, was der Hertha 2010 und 2012 widerfuhr. Auf große Ankündigungen vor der Saison folgte jeweils der Abstieg. Klinsmann wusste: „Es wird kein leichter Weg, aber das wäre ja auch langweilig.“




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