Letztes Update am Mi, 27.11.2019 23:48

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


4:1 in Genk - Salzburg erarbeitete sich CL-“Aufstiegsfinale“



Red Bull Salzburg hat sich am Mittwoch ein „Aufstiegsfinale“ in der Fußball-Champions-League erarbeitet. Österreichs Serienmeister besiegte KRC Genk auswärts mit 4:1 (2:0) und rückte in der Gruppe E nach einem 1:1 im Parallelspiel bis auf zwei Punkte an den Zweiten Napoli und drei Zähler an Leader Liverpool heran. Der englische Titelverteidiger ist am 10. Dezember noch in Wals-Siezenheim zu Gast.

Napoli trifft zum Abschluss zu Hause auf Genk. Schon jetzt steht fest, dass die „Bullen“ nach dem zweiten Sieg gegen den belgischen Meister, den man vor eigenem Publikum mit 6:2 abgefertigt hatte, fix im Europacup überwintern. Sollte das Husarenstück gegen die „Reds“ zum Abschluss nicht gelingen - mit jedem Sieg, bei dem man nicht mehr als drei Gegentore erhält, würde Salzburg auf Kosten von Liverpool oder Napoli ins Achtelfinale einziehen - wäre man zum siebenten Mal in der Club-Geschichte und zum dritten Mal in Folge in der K.o.-Phase der Europa League dabei.

In Genk trafen Patson Daka (43.), Takumi Minamino (45.), Hwang Hee-chan (69.) und Erling Haaland (87.). Für den als „Joker“ gekommenen Norweger war es der achte Treffer im fünften Spiel in der „Königsklasse“. Das war vor ihm noch keinem Teenager in der Champions League gelungen. In jedem davon hat der von Topclubs in Europa gejagte 19-Jährige getroffen. Den mittlerweile sechs Pflichtspiele sieglosen Genkern gelang durch Ally Samatta (85.) nur Ergebniskosmetik.

„Es ist nett, diesen Rekord zu haben (Anm.: 8 Tore in ersten 5 CL-Matches als erster Teenager). Ich denke nicht an Rekorde, ich konzentriere mich auf mich und mein Team. Ich mag es, wenn alle auf mich schauen. Liverpool ist das weltbeste Team, aber wir haben zu Hause eine gute Chance“, sagte Torschütze Haaland.

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Marsch setzte auf jene Formation, die auch beim packenden 3:4 bei Liverpool begonnen hatte. Nur der Tormann war mit Carlos Coronel ein anderer, der Brasilianer vertrat weiter den nach einem überstandenen Muskelbündelriss noch nicht mitgereisten ÖFB-Teamgoalie Cican Stankovic. Gespielt wurde im Gegensatz zu den jüngsten Auftritten mit einer Raute, Zlatko Junuzovic gab dabei den defensivsten Mittelfeldspieler im Zentrum.

Beinahe hätten die 750 mitgereisten Salzburg-Anhänger schon nach etwas mehr als einer Minute jubeln können, Gaetan Coucke parierte allerdings einen Onguene-Volleyschuss. Die Gäste waren also gleich gut im Spiel, machten auch mehr dafür, ließen aber vorerst die nötige Zielstrebigkeit vermissen. Daka verfehlte eine Minamino-Hereingabe nur knapp (20.) und schoss den Ball aus sieben Metern völlig frei stehend nach Hwang-Vorarbeit mit der Ferse in die Wolken (35.). Das hätte sich beinahe gerächt, Coronel konnte sich bei seiner einzigen Prüfung in Hälfte eins bei einem Samatta-Schuss auszeichnen (38.).

Kurz vor dem Pausenpfiff legten die Gäste noch den Grundstein für den Sieg. Dank tatkräftiger Mithilfe von Coucke. Der 20-jährige Belgier wehrte einen harmlosen Szoboszlai-Freistoß-Nachschuss nach vorne ab und lieferte damit eine perfekte Vorlage für Daka, der aus kurzer Distanz vollendete. Sein obligatorischer Salto-Jubel durfte natürlich nicht fehlen. Zwei Minuten später traf Minamino ins lange Eck nach Zuspiel des etwas glücklich an den Ball gekommenen Enock Mwepu.

Nach Wiederbeginn erhöhten die Belgier bei der Champions-League-Premiere des neuen deutschen Trainers Hannes Wolf den Druck, bei einem Dewaest-Kopfball (63.) rettete die Stange für Salzburg. Kurz zuvor war Haaland in die Partie gekommen. Und der Norweger setzte sich kurze Zeit später gleich richtig gut in Szene. Nach seiner Hereingabe vollendete Hwang am Fünfer. Genk gab aber nicht auf. Coronel parierte einen Ito-Fernschuss (73.), patzte allerdings in der Folge bei einem Bongonda-Schuss, den er nach vorne abprallen ließ, weshalb Samatta per Kopf abstauben konnte. Der Schlusspunkt war wieder Salzburg vorbehalten. Haaland kam etwas glücklich aus sechs Metern zum Abschluss und ließ sich diese Chance nicht entgehen.

Dank dem zweiten Champions-League-Sieg im fünften Spiel ging eine Serie weiter. Mit Coronel im Tor blieb man auch im siebenten Pflichtspiel in Folge unbesiegt.




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