Letztes Update am Mo, 02.12.2019 12:34

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kinder sterben in Fahrradanhänger: Geldstrafe für Pkw-Lenker



Der Prozess um einen Unfall mit zwei toten Mädchen in einem an ein Elektrofahrrad gekoppelten Anhänger hat am Montag in Korneuburg mit einem Schuldspruch wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung für den Pkw-Lenker geendet. Der 60-Jährige muss 28.000 Euro Geldstrafe bezahlen, 21.000 Euro davon unbedingt. Das Verfahren gegen die Mutter der Kinder endete mit einer Diversion.

Die 39-Jährige, die das Fahrrad-Gespann am 4. August gelenkt hatte, muss binnen sechs Monaten gemeinnützige Leistungen im Ausmaß von 200 Stunden erbringen, danach wird das Verfahren eingestellt. Sie hatte sich wegen grob fahrlässiger Tötung verantworten müssen.

Das Urteil gegen den Pkw-Lenker ist nicht rechtskräftig. Während sich der Verteidiger Bedenkzeit erbat, erhob der Staatsanwalt Berufung.

Der folgenschwere Verkehrsunfall hatte sich am Abend des 4. August auf der B19 ereignet. Der 60-jährige Wiener Autofahrer übersah und erfasste das Gespann „bei fortgeschrittener Dunkelheit“ auf einem geraden Straßenabschnitt im Freilandgebiet, wie der Staatsanwalt festhielt. Die knapp Zweijährige starb an Ort und Stelle, ihre ältere Schwester erlag im Wiener SMZ Ost-Donauspital den Verletzungen. Da die Mutter ebenfalls Blessuren davontrug, musste sich der 60-Jährige auch wegen fahrlässiger schwerer Körperverletzung verantworten.




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