Letztes Update am Mi, 04.12.2019 12:38

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Konrad konzentriert sich 2020 auf Giro und Olympia



Das bereits auf fünf Fahrer angewachsene Österreicher-Kontingent beim deutschen Top-Team Bora-hansgrohe hat für nächstes Jahr ein ambitioniertes Rennprogramm geplant. So will Patrick Konrad anders als heuer statt der Tour de France den Giro d‘Italia bestreiten, bei dem er im Vorjahr als Siebenter sehr stark abgeschnitten hatte. Außerdem möchte der Niederösterreicher bei Olympia dabei sein.

Das enorm anspruchsvolle Straßenrennen in der Sommerhitze von Tokio ist einer der Gründe, warum die unmittelbar davor stattfindende Tour nächste Saison kein Thema für Konrad ist. „Die Tour ist natürlich nicht ideal, wenn man sich gezielt auf Olympia vorbereiten will. Deshalb habe ich entschieden, den Giro zu fahren - das ist ein Rennen, das mir sehr gefällt und gut liegt, von der Strecke her und vom Zeitpunkt“, betonte Konrad nach der Teampräsentation in Kolbermoor im APA-Gespräch. Ein neuerlicher Angriff auf einen Tour-Spitzenplatz, den er heuer nach Stürzen verpasst hatte, könne auch noch 2021 oder später erfolgen, ergänzte er.

Für den Giro nimmt sich der Staatsmeister ein neuerliches Top-Ten-Ergebnis vor, im Idealfall wolle er unter die besten fünf kommen. Um dieses hohe Ziel zu realisieren, hat sich der 28-Jährige einen straffen Trainings- und Rennplan zurechtgelegt. Im Jänner absolviert er gemeinsam mit den anderen Österreichern bei Bora ein Trainingslager auf Grand Canaria. Später will er auch noch auf den Balearen an der Basis arbeiten, wo im Februar bei der Mallorca-Challenge sein erster Renneinsatz ansteht. Die Ardennen-Klassiker lässt Konrad 2020 aus, vor dem Giro will er Paris-Nizza und nach einem Höhentrainingslager in der Sierra Nevada auch noch die Tour of the Alps bestreiten.

Anders als Konrad ist Gregor Mühlberger in seiner Funktion als neuerlicher Helfer von Kapitän Emanuel Buchmann als Tour-Fixstarter vorgesehen. Der Deutsche Buchmann war heuer in Frankreich starker Gesamt-Vierter, seine Zielsetzung für nächstes Jahr ist ein Podestplatz, wie bei der Vorstellung des Teams betont wurde. Laut aktuellen Planungen gehören auch Felix Großschartner und Lukas Pöstlberger dem vorläufigen Großkader für die Tour an. Ihr Einsatz ist aber weniger wahrscheinlich als jener von Mühlberger.

Pöstlbergers erste Highlights sollen die Frühjahrsklassiker sein, bei denen der Giro-Etappensieger von 2017 teils auf eigene Rechnung fahren und wieder als Helfer für Topstar Peter Sagan auftreten soll. Ex-Weltmeister Sagan will nächste Saison erstmals den Giro d‘Italia fahren, hat zusätzlich aber auch die Tour am Rennplan und will kurz danach auch noch das Olympia-Straßenrennen absolvieren. Danach, also bereits Ende Juli, möchte der Sprinter seine Saison vorzeitig beenden. Bora-Neuzugang Patrick Gamper soll langsam an die Belastungen in der ersten Liga herangeführt werden, der Tiroler wird zu Saisonbeginn bei belgischen Halbklassikern eingesetzt.

Für die etablierten Österreicher bei Bora ist hingegen auch Olympia ein großes Thema. Konrad, der 2016 nach seiner Tour-Premiere nicht für Olympia nominiert worden war, rechnet damit, dass er bei entsprechender Form nicht der einzige aus seinem Team in Tokio sein wird. Schließlich komme der schwierige Olympia-Kurs auch Großschartner und Mühlberger entgegen. Wer die drei Startplätze erhalten wird, entscheidet sich aber ohnehin erst im Saisonverlauf und hängt freilich auch vom Abschneiden der österreichischen Profis aus anderen WorldTour-Teams ab.

Als Vorbereitung auf Olympia oder die Höhepunkte der zweiten Saisonhälfte werden einige Bora-Profis erstmals ein Trainingslager im Ötztal absolvieren. Die Tiroler Tourismus-Region ist neuer Partner des Rennstalls, das wird auch auf den Trikots von Sagan und Co. erkennbar ein. Bisher hatte es eine Kooperation mit dem Tourismus-Verband Osttirol gegeben.




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