Letztes Update am Mi, 04.12.2019 15:18

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


„Alan Kurdi“ und „Ocean Viking“ in Italien eingetroffen



Die beiden Rettungsschiffe „Alan Kurdi“ und „Ocean Viking“ mit 121 Migranten an Bord sind am Mittwoch in Italien eingetroffen. Am Dienstagabend hatten sie vom italienischen Innenministerium die Genehmigung zur Landung auf Sizilien erhalten, nachdem sich einige EU-Staaten auf ihre Umverteilung geeinigt haben.

Das deutsche Schiff „Alan Kurdi“ erreichte nach sechstägiger Seeblockade am Mittwoch mit 61 Migranten den sizilianischen Hafen Messina. Die Flüchtlinge wurden in einer Flüchtlingseinrichtung in der Gegend untergebracht. Danach beginnt die Umverteilung auf mehrere Länder, die sich zur Aufnahme bereit erklärt haben, darunter Frankreich und Deutschland, berichteten italienische Medien.

Im sizilianischen Pozzallo gingen 60 Gerettete von Bord der „Ocean Viking“. Das Schiff wird von den Organisationen Ärzte ohne Grenzen und SOS Mediterranee betrieben. Die Migranten waren am Freitag gerettet worden, sie befanden sich an Bord eines instabilen und überfüllten Bootes rund 100 Seemeilen von der libyschen Küste entfernt.

Indes sind 33 Flüchtlinge aus Lesbos in Begleitung des päpstlichen Almosenmeisters, dem polnischen Kardinal Konrad Krajewski, am Mittwoch in Rom eingetroffen. Sie sollen vom Vatikan versorgt werden. Der Vatikan will mithilfe der katholischen Basisgemeinschaft Sant Egidio insgesamt 43 Menschen aus dem Flüchtlingslager auf der griechischen Insel Lesbos aufnehmen. Bis Ende Dezember werden weitere zehn Flüchtlinge aus Lesbos im Vatikan erwartet. Für sie sollen die Prozeduren für internationalen Schutz in die Wege geleitet werden.

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Krajewski rief am Mittwoch Bischöfe und Kardinäle auf, Klöster, Abteien und Pfarren zu öffnen und Migrantenfamilien aufzunehmen. „Somit könnten wir das Flüchtlingslager auf Lesbos leeren. Die Ressourcen dafür sind vorhanden“, sagte Krajewski. Als er im Mai die Insel Lesbos besucht hatte, befanden sich 7.000 Migranten im Flüchtlingslager, derzeit seien es 15.000, darunter 800 nicht begleitete Kinder. „Für sie gibt es keine Hoffnung. Sie leben in dramatischen Zuständen, das ist eine Schande für Europa“, so Krajewski nach Medienangaben.

Der Papst hatte 2016 nach seinem Besuch auf Lesbos vor drei Jahren zwölf syrische Flüchtlinge mit in den Vatikan genommen. Dabei handelte es sich um drei Familien aus Syrien, darunter sechs Kinder. Sie wurden im Vatikan untergebracht. Es handelte sich um Muslime.

Der Papst hat immer wieder die internationale Gemeinschaft aufgerufen, mit Menschlichkeit auf die Flüchtlingskrise zu reagieren. Den Flüchtlingen sprach er Mut zu und betonte, es handle sich um Menschen mit individuellen Schicksalen und nicht um Nummern.




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