Letztes Update am Mi, 30.04.2014 13:20

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Aserbaidschan geht gegen bekannte Menschenrechtlerin Yunus vor



Baku (APA/dpa) - Die bekannte aserbaidschanische Menschenrechtlerin Leyla Yunus ist in der autoritären Südkaukasusrepublik in die Fänge der Justiz geraten. Die Direktorin des Instituts für Frieden und Demokratie (IPD) und ihr Mann Arif Yunusov wurden am Flughafen von Baku von Sicherheitskräften aus einer startbereiten Maschine geholt und stundenlang befragt. Wohnung und Büro wurden durchsucht.

Grund für das Vorgehen ist der Fall des Journalisten Rauf Mirgadirov, der wiederholt für das IPD gearbeitet hat. Ihm droht lebenslange Haft, weil er für den verfeindeten Nachbarstaat Armenien spioniert haben soll. Der Familienvater bestreitet die Vorwürfe.

Die Justiz warf Yunus vor, sie habe aus der Ex-Sowjetrepublik fliehen wollen. Die Generalstaatsanwaltschaft in Baku betonte nach Angaben örtlicher Medien am Mittwoch, Yunus und ihr Mann seien Zeugen in dem Fall Mirgadirov. Die Aktivistin hingegen nannte das Verhalten der Sicherheitskräfte „menschenunwürdig“. Ihr Mann werde seit der Aktion im Krankenhaus betreut, schrieb Yunus in einem offenen Brief.

Kritiker werfen Präsident Ilham Aliyev vor, Andersdenkende mundtot machen zu wollen. Nach Ansicht von Beobachtern haben sich Hoffnungen auf demokratische Reformen in der öl- und gasreichen Ex-Sowjetrepublik am Kaspischen Meer nicht erfüllt.




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